Johann Sebastian Bachs Cellosuiten – gespielt und getanzt Foto: Anne van Aerschot

Der Intendant Thomas Wördehoff verrät erste Höhepunkte der Saison 2018. Der Vorverkauf des Festspiele hat bereits begonnen.

Ludwigsburg - Tanztheater mit Alain Platel, eine Händel-Oper im Ordenssaal und eine Lesung mit dem Dichter Hans Magnus Enzensberger: Viele Namen und Werke für die nächste Saison der Ludwigsburger Schlossfestspiele sind bereits bekannt. Auch wenn noch nicht alle der etwa 60 Veranstaltungen fix sind – der Intendant Thomas Wördehoff hat schon einmal skizziert, wo es 2018 hingehen soll: Ins „Ungewisse“ nämlich, so auch das Motto der Festspiele. Das Instrument der Saison wird die Klarinette sein, weshalb sich die zum Festspielsymbol gewordene Tuba mit ihr den Platz auf dem Plakat teilen muss.

Den Anfang der Saison markiert am 3. Mai das Eröffnungskonzert mit Orchester der Schlossfestspiele und einem Nachwuchsstar am Klavier: Betrand Chamayou. Der französische Pianist wird Werke von Maurice Ravel interpretieren und das Orchester die 9. Sinfonie von Anton Bruckner aufführen – unter der Leitung des Festspieldirigenten Pietari Inkinen.

Oper im Schlosstheater

Wie bereits gewohnt, werden Inkinen und das Festspielorchester auch am 14. Juli das Klassik-Open-Air am Schloss Monrepos bestreiten: Diesmal mit Melodien aus Georges Bizets „Carmen“ und – zum Feuerwerk – Maurice Ravels „Bolero“. Das Thema des Abends: Leidenschaft. „Zu Beginn meiner Intendanz wollte ich das Orchester auflösen, das aber wollte der Aufsichtsrat nicht“, gestand Wördehoff. Nun habe man dank der guten Arbeit von Inkinen „ein ganz hervorragendes Orchester“.

Nach den Großproduktionen „Idomeneo“ und „Schöpfung“ in den vergangenen Jahren stehe 2018 eine „kleinere Produktion“ an: Die Oper „Lucio Cornelio Silla“ von Georg Friedrich Händel. „Die mechanistische, gleichwohl anrührende Musik Händels“ werde in einer Inszenierung wie in der Zeit Händels präsentiert, verspricht Wördehoff. Mit dieser Aufführung im Schlosstheater wird die dem Ludwigsburger Publikum als Flötistin bekannte Dorothee Oberlinger ihr Debüt als Dirigentin geben.

Enzensberger liest, Franui musiziert

An zwei Abenden wird zu Werken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart getanzt: Die Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker hat dem Ensemble Rosas die Schritte für Bachs Cellosuiten beigebracht. Am Cello: Jean-Guihen Queyras. Unter dem Titel „Requiem pour L.“ wird Alain Platel von afrikanischen Tänzern und Musikern Mozarts Fragment gebliebene Trauermesse aufführen lassen. Der Blick von außen sei auch in diesem Fall erhellend, meint Wördehoff: Was für Europäer längst den Status von Heiligkeit habe, sei für Afrikaner zunächst vor allem spannendes Material. „Wir können das als Kooperation mit den Berliner Festspielen realisieren“, sagt der Intendant.

Auf einen Abend mit dem US-amerikanischen Komponisten Nico Muhly und dem färöischen Singer-Songwriter Teitur, die Lieder nach Youtube-Kommentaren singen werden, folgt ein Auftritt von Hans Magnus Enzensberger. Er wird Gedichte lesen und die Band Franui musizieren.

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