Das Klinikum Stuttgart sieht sich gut gerüstet, den Status eine Uniklinikums zu erlangen. Foto:  

Schon seit Jahren sterbt das Klinikum der Stadt Stuttgart den Status einer Uniklinik an. Auch bei der Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze kommt das größte Krankenhaus im Land aber offenbar doch nicht zum Zug.

Stuttgart - Die Hoffnung des Klinikums Stuttgart, im Zuge des Aufbaus weiterer Medizinstudienplätze im Land Uniklinikum zu werden, bleibt allem Anschein nach unerfüllt. Nach Informationen unserer Zeitung hat das Wissenschaftsministerium des Landes inzwischen den Vorschlag gemacht, dass die ­­zusätzlichen 150 Medizinstudienplätze an den bestehenden Fakultäten in Heidelberg, Freiburg, Tübingen, Ulm und Mannheim ­­geschaffen werden. Beim Ministerium heißt es ohne inhaltliche Angabe nur, der Vorschlag sei „in der Abstimmung innerhalb der Landesregierung und den Regierungsfraktionen“.

Der Ulmer Landtagsgeordnete der Grünen, Jürgen Filius, bestätigt die Information, auch wenn die Sache wegen des laufenden Verfahrens „noch nicht definitiv“ sei. Er machte aber deutlich, dass die Grünen im Landtag den Vorschlag „richtig finden und mitgehen wollen“. Angesichts des sich verschärfenden Ärztemangels plant das Land, die Kapazität von 1500 Medizinstudienplätzen um zehn Prozent zu erhöhen. Nach dem vorliegenden Vorschlag sollen an den bestehenden Fakultäten je 30 Studienplätze dazukommen.

Tempo und Kosten als Argumente

Ausschlaggebend sei aus Sicht der Grünen, dass an den heutigen Unikliniken eine „schnellere Umsetzung“ der Erweiterungspläne möglich sei, so Jürgen Filius. Und es gibt auch bei den Grünen die Sorge, dass das sogenannte Beleihungsmodell, wonach Stuttgart angelehnt an eine der Fakultäten in Tübingen oder Ulm Studierende in den klinischen Semestern aufnehmen würde, teurer werden könnte als der Ausbau der jetzigen Standorte.

Diese finanzielle Erwägung sei auch zu sehen vor dem Hintergrund einer „bedauerlichen Delle im Steueraufkommen“, sagte der Landtagsabgeordnete. Man verkenne aber nicht die „erstklassige Arbeit“, die im Klinikum der Stadt Stuttgart geleistet werde. Jürgen Filius kann sich deshalb vorstellen, dass man dem Klinikum trotz der Absage eine „ Stärkung in der einen oder anderen Weise“ angedeihen lassen könne.

Ähnlich hatte kürzlich der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Wald argumentiert, der auch finanzielle und zeitliche Gründe angeführt hatte. An dieser Sicht hat bisher auch nichts geändert, dass die Waiblinger Unternehmerin Eva Mayr-Stihl, die das Klinikum vielfältig unterstützt, für das Vorhaben 60 Millionen Euro in zehn Jahren einbringen würde.

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