Die Volkshochschule hat im Treffpunkt Rotebühlplatz nicht mehr genügend Platz, um ihr Kursangebot unterzubringen. Der Gemeinderat drängt auf einen Erweiterungsbau. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Eine übergroße Mehrheit der Stuttgarter Stadträte fordert, die Erweiterungspläne für die Volkshochschule am Standort Stadtmitte zu beschleunigen. Das bisherige Übergangsquartier an der Hackstraße sei unwirtschaftlich und in schlechtem Zustand.

Stuttgart - Der Gemeinderat macht Druck bei der Erweiterung der Volkshochschule (Vhs) am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte. In einem fraktionsübergreifenden Antrag fordern CDU, Grüne, SPD, SÖS/Linke-plus und Freie Wähler im Rathaus die Stadtverwaltung auf, bis spätestens März 2019 einen Plan für den Ergänzungsbau auf dem heutigen Parkplatz der Max-Eyth-Schule an der Fritz-Elsass-Straße vorzulegen. Dieser Anbau ist seit langem geplant. Die Rathausspitze soll zudem für die Zeit bis zur Fertigstellung des Baus einen zusätzlichen Interimsstandort vorschlagen, in dem die Vhs-Kurse, die im Treffpunkt Rotebühlplatz zurzeit nicht angeboten werden können, vorübergehend unterkommen können.

Marodes Übergangsquartier an der Hackstraße verschlingt viel Geld

Dass die Volkshochschule unter akuter Raumnot leidet, ist spätestens seit dem Frühjahr 2017 bekannt. Damals hatte der Gemeinderat einen zusätzlichen Flächenbedarf von insgesamt 8000 Quadratmetern bestätigt. Gut die Hälfte davon soll in unmittelbarer Nähe der Vhs-Zentrale in der Stadtmitte realisiert werden.

Kurzfristig hatte die Stadt der Volkshochschule das Gebäude der früheren Hauswirtschaftlichen Schule an der Hackstraße im Stuttgarter Osten zur Überbrückung zur Verfügung gestellt. Nach Auffassung der Ratsmehrheit ist diese Lösung allerdings wirtschaftlich nicht vertretbar, da sich das Gebäude in einem äußerst schlechten Zustand befindet und hohe Betriebskosten verursacht: Diese werden für die Jahre 2018/2019 auf 80 000 beziehungsweise 100 000 Euro beziffert.

Dass die CDU-Fraktion und die Freien Wähler bei dem interfraktionellen Antrag mit im Boot sind, verwundert: Noch im Mai 2017, als der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats über den Platzbedarf der Vhs debattiert hatte, hatten diese beiden Fraktionen den angemeldeten Bedarf noch angezweifelt: Whiskey-Tasting und Pilates-Kurse seien nicht zwingend Aufgaben der Volkshochschule, hieß es damals seitens CDU und Freie Wähler.

Mittlerweile scheinen aber auch die Christdemokraten und die Freien Wähler zu akzeptieren, dass die Volkshochschule am Rotebühlplatz aus allen Nähten platzt. Allein zwischen 2012 und 2016 konnte die Bildungseinrichtung rund 33 Prozent mehr Veranstaltungen und 21 Prozent mehr Kursteilnehmer verzeichnen.

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