Das Banksy-Gemälde „Devolved Parliament“, aufgehängt zuletzt in Bristol Foto: dpa/Steve Parsons

Als vor einem Jahr das Banksy-Kunstwerk „Girl with Balloon“ versteigert werden sollte, endete alles bekanntlich mit der Selbstzerstörung des Kunstwerkes. Doch nun ging wohl alles mit rechten Dingen zu: Das Gemälde „Devolved Parliament“ wurde in London zum Rekordpreis verkauft – an Unbekannt.

London - Diesmal hat die Versteigerung eines Banksy-Kunstwerkes offenbar reibungslos geklappt: Das größte bekannte Banksy-Gemälde, das das britische Unterhaus voll besetzt mit Schimpansen zeigt, ist für mehr als elf Millionen Euro verkauft worden. Das Londoner Auktionshaus Sotheby’s gab den Verkaufspreis für das Werk mit dem Titel «Devolved Parliament» («Dezentralisiertes Parlament») auf seiner Internetseite am Donnerstagabend mit 9,8 Millionen Pfund (11,06 Millionen Euro) an. Zu dem Käufer gab es keine Angaben. Und das Gemälde ist nach dem Zuschlag auch nicht automatisch zerstört worden – wie noch genau vor einem Jahr, als das Kunstwerk „Girl with Balloon“ zum Verkauf stand, nach Abschluss aller Gebote aber automatisch ein Selbstzerstörungs-Mechanismus in Gang gesetzt wurde, der das kleine Gemälde fast komplett zerschredderte. Heute hängt es unter dem Titel „Love is in the Bin“ („Liebe ist im Mülleimer“) als Dauerleihgabe in der Staatsgalerie Stuttgart.

Zurück nach London: «Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor», hatte Sotheby’s vor der Auktion erklärt. Banksy habe die «kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft» in nur einem einzigen Bild destilliert, schwärmte Alex Branczik, der bei Sotheby’s für zeitgenössische europäische Kunst verantwortlich ist.

Die Banane zeigt jetzt nach unten

Das monumentale Gemälde, das mehr als vier Meter lang und zweieinhalb Meter hoch ist, wurde vor rund zehn Jahren geschaffen und war erstmals 2009 in einer Ausstellung in Bristol zu sehen. Damals hieß es noch «Question Time» («Fragestunde»). Der Künstler arbeitete es später um. Unter anderem ließ er die Lampen an der Decke verlöschen. Die Banane, die ein Affe im Vordergrund in der Hand hält, zeigt nun nach unten statt nach oben. Kurz vor dem ursprünglich geplanten Brexit-Datum am 29. März dieses Jahres war es erneut in einer Ausstellung in Bristol zu sehen.

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven.

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