Viel Unverständnis über die Art und Weise der Entscheidung, Hessen Kassel in die Regionalliga aufsteigen zu lassen: Göppingens Trainer Gianni Coveli. Foto: Baumann

Die Zulassung von Hessen Kassel als vierten Aufsteiger in die Regionalliga über die ligaübergreifende Quotientenregel schlägt weiter Wellen. Nun fordert Kickers-Konkurrent 1. Göppinger SV eine Stellungnahme der Entscheider an.

Stuttgart - Die Nachricht kam völlig überraschend: Spielkommission und Gesellschafter der Fußball-Regionalliga Südwest hatten entschieden, den Hessenliga-Zweiten KSV Hessen Kassel als vierten Aufsteiger den Sprung in die vierte Liga zu ermöglichen. Das Unverständnis darüber ist groß. „Es wurde klar kommuniziert, dass nur die jeweils drei Tabellenersten hochgehen, mit diesem Ergebnis konnten wir auch leben. Der VfB Stuttgart II hat das verdient“, sagt Gianni Coveli, der Trainer des 1. Göppinger SV. Sein Team ist nach der Quotientenregel vor den Stuttgarter Kickers Tabellenzweiter der Oberliga Baden-Württemberg. Dass nun aber ligaübergreifend die Quotientenregel angewandt wurde, um einen vierten Aufsteiger zu ermitteln, versteht Coveli ganz und gar nicht: „Davon war nie die Rede. Das ist ein Unding, ein Riesen-Eigentor des Verbands“, sagt der GSV-Coach. Auch Kickers-Präsident Rainer Lorz hatte zuvor einen herben Verlust an Glaubwürdigkeit der Verbände ausgemacht und Kritik geübt: „Dem statistisch belegbaren Umstand, dass die Oberliga Baden-Württemberg die ausgeglichenste der drei Oberligen ist, wird eine solche Lösung über die Quotientenregel sicher nicht gerecht.“

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Der 1. Göppinger SV hat nun eine Stellungnahme von Seiten der Regionalliga Südwest angefordert: „Wir wollen eine zufriedenstellende Antwort und eine Lösung, die darstellbar ist“, sagt Coveli. Die Göppinger haben sich mit der TuS Koblenz zusammengetan und stehen in engem Austausch. Die Koblenzer sind zwar nur Vierter in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, doch der Zweite 1. FC Kaiserslautern II und der Dritte SV Elversberg II sind jeweils nicht aufstiegsberechtigt.

Doppelpass mit TuS Koblenz

„Die Relegationsspiele wären ein absolutes Highlight für unseren Verein, der finanzielle Aspekt nicht unerheblich und man könnte sie innerhalb einer Woche durchziehen“, sagt Coveli. Von einer Klage seines Vereins will er noch nichts wissen. Zunächst wird die exakte Antwort der Stellungnahme abgewartet. Erste Erkenntnisse gab es schon, denn am Wochenende fand eine Telefonkonferenz zwischen der TuS Koblenz, die auch ausdrücklich die Göppinger Interessen vertraten, und der Regionalliga Südwest GbR statt. In dieser haben die Liga-Vertreter wie erwartet ihre Sicht der Dinge untermauert: „Stand jetzt ändert sich an der Zusammensetzung der Regionalliga nichts, wobei die Argumentation etwas schwammig ist“, findet GSV-Spielleiter Ingo Miede und wartet noch ab: „Wir sind mit der TuS Koblenz weiterhin Kontakt. Mal schauen, was wir unternehmen.“

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