Der 51-jährige Frank Mühle liebt die schöne Lage zwischen Stadt und Natur, beklagt aber Staus und dicke Luft. Foto: Linsenmann

Frank Mühle ist verantwortlich für den Pflegedienst der Sozialstation der Caritas, die die ambulanten Dienste für Steinhaldenfeld, Neugereut und Hofen organisiert. Der 51-Jährige liebt die schöne Lage zwischen Stadt und Natur, beklagt aber Staus und dicke Luft sowie Defizite in der Nahversorgung.

Bad Cannstatt - Was wäre Bad Cannstatt ohne seine Bewohner? In einer Serie stellen wir Cannstatter Persönlichkeiten vor, sprechen mit ihnen über Privates, aber auch über Aktuelles aus dem Stadtbezirk.

Herr Mühle, was darf es für Sie sein, Wein oder Wasser?
Beides bitte! Wasser für den Durst, Wein für den Genuss. Die Cannstatter Zuckerle sind echt leckere Tröpfchen! Aber könnte ich da als gebürtiger Cannstatter überhaupt etwas anderes sagen?
Wenn Sie dabei in Ihren Kalender schauen, was steht in der kommenden Woche an?
Wieder mehr Alltag. Wegen unseres 20-Jahr-Jubiläums hatten wir diese und vergangene Woche ein Fest mit unseren Kunden in Steinhaldenfeld, Neugereut und Hofen, und diese Woche eines mit Menschen, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten. Jetzt ist mal ausgefestet und im Mittelpunkt steht wieder die normale Arbeit. Zum Beispiel drei Aufnahmegespräche mit Kunden und deren Angehörigen.
Wie lange arbeiten Sie schon in Bad Cannstatt und Mühlhausen?
In der Sozialstation der Caritas seit 2008. Zunächst als stellvertretender, seit zwei Jahren als erster Pflegedienstleiter.
Was mögen Sie an Steinhaldenfeld?
Die Lage am nördlichen Stadtrand. Man ist schnell in der Stadt, aber auch gleich draußen in der Natur. Ich jogge gerne zwischen Steinhaldenfeld und Schmiden, aber auch unten am Max-Eyth-See. In Cannstatt bin ich gerne in der Altstadt. Da hat sich ja einiges getan. Außerdem gibt es gute Kneipen. Empfehlenswert finde ich den schönen Wochenmarkt. Am Neckar gibt es ebenfalls schöne Bereiche.
Was mögen Sie am Bezirk weniger?
Chaos, Staus, dicke Luft. Dieser übermäßige Verkehr, das ist das, was keinem Spaß macht. Auch deshalb bin ich ein Fan der Stadtbahn. Wann immer es geht, fahre ich öffentlich. Auch im Dienst. Das ist deutlich weniger stressig. Man muss keinen Parkplatz suchen, hat keine Parkkosten. Was mir auch nicht gefällt, sind die Lücken in der Nahversorgung. In Steinhaldenfeld ist das ein echtes Problem. Da gibt es ja überhaupt keine Einkaufsmöglichkeiten, und für die meisten ist der Weg nach Neugereut einfach zu weit. Teils helfen auch wir da aus. Gut, dass es jetzt wenigstens wieder einen Bäcker gibt!
Was sind die besonderen Herausforderung in Ihrem Job bei der Sozialstation?
Es ist die Fülle der Aufgaben. Die Schwierigkeit besteht darin, jedem Patienten möglichst passgenau mit den Leistungen zu versorgen, die er braucht. Pflege, Medizinisches oder hauswirtschaftliche Hilfe. Vielleicht auch mal ein Handwerker. Und dann gibt es immer zu klären, wer welche Kosten übernehmen muss. Der dafür nötige bürokratische Aufwand hat wahnsinnig zugenommen. Wenn jemand zum Beispiel schnell Unterstützung braucht, dann machen wir das selbstverständlich. Das hat dann aber einen ganzen Rattenschwanz an nachfolgenden Klärungen zur Folge.
Was macht Ihnen Freude an Ihrer Arbeit?
Es ist sehr abwechslungsreich. Es ist einfach befriedigend, dazu beitragen zu können, dass Menschen, die das wollen zuhause in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Oder das Feedback, wenn sie jetzt regelmäßig versorgt und betreut werden. Es ist ein schönes Gefühl zu sehen, wenn das alles klappt. In Steinhaldenfeld haben wir übrigens Menschen, von denen wir schon den Vater oder die Mutter betreut haben. Das ist dann auch ein schöner Vertrauensbeweis.
Und wo trinken Sie Ihren Wein und Ihr Wasser am liebsten?
Das schmeckt mir überall. Aber ich gehe auch gerne mal in die Weinstube oder in eine Besenwirtschaft. Man soll das Leben genießen, solange es geht.
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