In Neckarsulm wird unter anderem der Sportwagen R8 montiert. (Archivbild) Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Der Daimler-Konkurrent Audi produziert derzeit weit weniger Autos, als er das in seinen Werken in Ingolstadt und Neckarsulm könnte. In dem Werk bei Heilbronn wurde die Nachtschicht gestrichen, die Jobs sollen aber bleiben.

Neckarsulm - Audi streicht die Nachtschicht im schlecht ausgelasteten Werk Neckarsulm in der Montage von April an komplett. „Das Marktumfeld macht eine Anpassung der geplanten Fahrweise in der A6/A7-Fertigung notwendig“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Betroffen davon seien knapp 250 der 17.000 Mitarbeiter am Standort. Sie würden in anderen Bereichen eingesetzt. Zuvor hatte die „Heilbronner Stimme“ (Mittwoch) darüber berichtet. Angebahnt hatte sich das schon im vorher.

Audi-Mitarbeiter haben Beschäftigungsgarantie

Für die rund 61.000 Audi-Mitarbeiter in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2025. Das Unternehmen verhandelt mit dem Betriebsrat derzeit über eine Verlängerung bis 2030, will aber auch Stellen sozialverträglich abbauen.

In Neckarsulm werden die Modelle A4 bis A8 und R8 gebaut - im vergangenen Jahr insgesamt nur 186.000 Stück, die Kapazität beträgt 300.000. Zum Vergleich: Im neuen Audi-Werk in Mexiko liefen vergangenes Jahr 173.000 SUV-Fahrzeuge Q5 vom Band.

Auch in Ingolstadt ist Audi nicht ausgelastet

„Jedem ist klar, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz der „Heilbronner Stimme“ und forderte einen Akutplan. Auch in Ingolstadt liegt die Produktion weit unter der Produktionskapazität, eine der drei Nachtschichten wurde gestrichen.

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