Die Grünen haben neben Stuttgart auch die Rathäuser in anderen Städten des Landes erobert. Das Land bleibt trotzdem tiefschwarz.

Stuttgart - Die Grünen haben neben Stuttgart auch die Rathäuser in anderen Städten des Landes erobert. Das Land bleibt trotzdem tiefschwarz - in absoluten Zahlen konnte die CDU die meisten Stimmen auf sich vereinen.

Am Dienstagabend waren 765 von 1101 Gemeinden ausgezählt. Das Statistische Landesamt rechnet dabei in sogenannten gleichwertigen Stimmen. Dabei wird die Zahl der gültigen Stimmen durch die Zahl der zu wählenden Sitze in den Gemeinderäten dividiert, um sie landesweit vergleichbar zu machen.

Besonders grün: Stuttgart, Freiburg, Konstanz und Tübingen

Nach dieser Zählung kommt die CDU bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg auf einen Anteil von 28,3 Prozent aller Stimmen. Das sind 3,6 Prozent weniger als bei den letzten Wahlen vor vier Jahren. Die SPD liegt bei 13 Prozent, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht. Die Liberalen klettern von 1,0 auf 2,0 Prozent. Die Grünen können von 2,6 auf 3,5 Prozent zulegen. Die freien Wählervereinigungen kommen auf 47,3 Prozent (+0,7). Zu ihnen zählen neben den Freien Wählern auch etliche grüne, bunte, alternative oder Frauenlisten. Andere Parteien machen 1,1 Prozent am Gesamtgefüge aus.

Außer in Stuttgart, Freiburg, Konstanz und Tübingen, wo die Grünen künftig die stärkste Gemeinderatsfraktion stellen werden, wurde in allen anderen großen Städten des Landes die CDU Stimmenkönig. Die SPD konnte nur ihre langjährige Hochburg Mannheim zurückerobern. In den kleineren Gemeinden haben weiterhin überwiegend CDU und freie Wählervereinigungen das Sagen.

Wahlbeteiligung ist leicht gesunken

Bei den Kreistagswahlen liegt die CDU nach Auszählung der Stimmen in 17 der 35 Landkreise trotz deutlicher Verluste klar vor den freien Wählervereinigungen, die ebenfalls leicht verloren. In diesen Kreisen kommt die CDU auf 38,6 (2004: 42,4) Prozent der gleichwertigen Stimmen. Die Wählervereinigungen kommen auf 25,3 (25,6) Prozent. Auch die SPD büßt leicht ein und kommt auf 16,1 (16,6) Prozent. Zulegen konnten die FDP von 5,5 auf 7,8 und die Grünen von 7,9 auf 9,0 Prozent. Das Innenministerium rechnet infolge des komplizierten baden-württembergischen Kommunalwahlsystems und des langwierigen Auszählungsverfahrens erst für Freitag mit einem vorläufigen amtlichen Endergebnis.

Die Wahlbeteiligung sank bei den Kommunalwahlen nach Auswertung von rund drei Vierteln aller Kommunen von 53,2 auf 51,8 Prozent. Dafür kamen die Wähler in diesem Jahr offenbar besser mit dem Kumulieren und Panaschieren zurecht. Die Zahl der ungültigen Stimmen sank von 3,5 auf 3,2 Prozent. Der höchste Stand in den vergangenen 30 Jahren wurde bei der Wahl 1980 mit 5,2 Prozent ungültiger Stimmzettel gezählt. Ein Grund für den Rückgang könnte sein, dass immer mehr Gemeinden die unechte Teilortswahl abschaffen. Aber auch bei den Kreistagswahlen wird nicht mehr so fehlerhaft gewählt. Nach Auszählung der Stimmen in 17 der 35 Landkreise liegt die Quote der ungültigen Stimmzettel bei 3,8 (2004: 4,0) Prozent. Die höchste Fehlerquote gab es in den Jahren 1984 und 1989 mit jeweils 4,3 Prozent.

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