Ich fauch dann schon mal: Eines der Leo-Babys spielt beim ersten Ausflug ins Freigehege die gefährliche Katze. Foto: Wilhelma/Inga Dauter

Vor acht Wochen kamen die Raubkatzen in dem zoologisch-botanischen Garten in Stuttgart zur Welt. Jetzt erkunden die beiden an der Seite der Mutter tapsig ihr neues Revier.

Stuttgart - Schön vorsichtig und immer schauen was die Mama macht. Zum ersten Mal trauten sich am Montag die vor acht Wochen in der Wilhelma geborenen Schneeleoparden-Zwillinge an der Seite ihrer Mutter Kailash aus ihrer Wurfhöhle hinaus ans Licht in das Innengehege der Anlage. Die beiden, eine Katze und ein Kater, haben zwar noch keine Namen, schauten sich aber schon einmal vorsichtig, aber auch durchaus neugierig in der Anlage um, die zumindest für die kommenden Monate ihr zu Hause sein wird. Vater Ladakh konnte vom benachbarten Gehege aus ebenfalls zum ersten Mal den Nachwuchs in Augenschein nehmen. Wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, wird er auch ohne Zaun Kontakt aufnehmen dürfen. Vor einigen Jahren, als er zum ersten Mal Vater wurde, hat er gezeigt, dass er durchaus einen Teil der Erziehung übernimmt.

Das neue Gehege ist jetzt Familiensitz

Für die Stammgäste der Wilhelma endet in diesen Tagen damit eine sechsjährige Wartezeit. Im Juli 2013 brachte das Leopardenpaar noch im alten Gehege Drillinge zur Welt, jetzt freut man sich im Zoo, dass sich Kailash und Ladakh offenbar schnell an ihr neues, artgerechtes Domizil gewöhnt haben, das im März 2018 eröffnet wurde. Das 1,6 Millionen Euro teure am Hang gelegene neue Gehege ist der natürlichen Umgebung der Tiere im zentralasiatischen Hochgebirge nachempfunden und eignet sich deshalb besonders für die Zucht. „Wenn man der kleinen Familie beim Entdecken zuschaut, ist klar, dass sich die Investition gelohnt hat“, sagt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin.

Noch schleift der Bauch über den Boden

450 Gramm wogen die kleinen Raubkatzen bei der Geburt am 29. April. Jetzt sind sie acht Wochen alt und werden täglich ein Stück mehr ihr Revier erkunden, das mit Hilfe des Fördervereins gebaut worden war. Anfangs sicherlich noch ein wenig unbeholfen, was auch an der anspruchsvollen, gebirgigen Topografie des Geländes liegt und auch sicher nicht den ganzen Tag. „Anfangs schleichen sie eher, da schleift der Bauch noch über den Boden“ erklärt Tierpfleger Andreas Wössner. Da der Weg zurück in die Wurfhöhle offen bleibt, sollte man als Besucher Geduld mitbringen und etwas Glück haben, wenn man die Leo-Babys sehen will. Die Zeit drängt allerdings nicht, die Kleinen können bis zu anderthalb Jahre bei der Mutter bleiben, was danach mit den Jungtieren passiert, entscheidet der Zuchtkurator und ist noch offen.

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