Zunftmeister Moritz Paysan (vorne rechts) versuchte wieder etwas Geld in die leeren Brieftaschen der Foto: Torsten Ströbele

Nach dem Ende der Fastnacht trafen sich die Narren zur Geldbeutelwäsche.

Feuerbach - Schluss, aus und vorbei: Das war es mit der Fastnacht für dieses Jahr. Während die einen froh sind, dass die schrägen Töne der Guggenmusiker verstummt und die Häs wieder im Schrank verschwunden sind, tragen die wahren Freunde der fünften Jahreszeit Trauer – zumindest an Aschermittwoch.

Traditionell finden sich an diesem Tag Mitglieder der Narrenzunft Feuerbach am Wilhelm-Geiger-Platz ein, um sich im Rahmen der so genannten Geldbeutelwäsche von der Fastnacht zu verabschieden und einem alten Brauch zufolge auch wieder den einen oder anderen Euro in die leeren Brieftaschen zu spülen. Zunftmeister Moritz Paysan konnte etwa 20 Narren rund um den Biberbrunnen begrüßen: „Liebe Trauergemeinde, wir sind hier versammelt, um Abschied zu nehmen von der viel zu früh dahin geschiedenen Fastnacht. Sie hat uns zusammengebracht und uns viele Stunden der Freude geschenkt.“ Von diesen Glücksmomenten werde er noch das ganze Jahr über zehren.

Doch die Fastnacht hatte bei Moritz Paysan und den anderen Narren nicht nur Glücksgefühle ausgelöst. Das Feiern hat auch in diesem Jahr wieder ein großes Loch in die Geldbeutel gerissen. Da musste schon fast ein Wunder her, um dieses existenzielle Problem zu lösen – oder wie in diesem Fall: eine ganz besondere Flüssigkeit. „Das ist das Wasser aus dem Brunnen der Narrheit, herabgefallen aus den Wolken, eingefangen aus den Tiefen des Bodensees, gepumpt durch 200 Kilometer Leitung, aufgestiegen und gezapft im Herzen Feuerbachs soll es uns füllen die närrischen Beutel“, rief der Zunftmeister mit einem Eimer Leitungswasser in der Hand.

Auch die Stadtkasse ist leer

Wie es sich für einen guten Narren gehört, schüttete Paysan Tropfen für Tropfen der scheinbar Wunder bewirkenden Flüssigkeit mit einer Schellenkelle in die inhaltlosen Brieftaschen der Fastnachtsfreunde.

Doch nicht nur in den Geldbeuteln der Narrenzunft herrschte gähnende Leere. Auch das beim Rathaussturm erbeutete Stadtkässle war geplündert worden – bis auf einen Anstandstaler. Die Freude darüber hielt sich deshalb im Bezirksrathaus auch in Grenzen. Doch das interessierte die Narren in diesem Fall nur am Rande: „So sind wir halt und lassen nicht nach: Wir sagen Fertig Feuerbach!“

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