Der Stuttgarter FDP-Chef Armin Serwani (links) und sein Ehemann Sergiy haben sich das Ja-Wort gegeben. Foto: privat

Der Stuttgarter FDP-Chef Armin Serwani hat seinen Lebensgefährten Sergiy in Feuerbach geheiratet. Damit ist er einer der ersten Stadtpromis, die von der Möglichkeit gleichgeschlechtlicher Eherschließungen Gebrauch machen. Wir durften ins Hochzeitsalbum gucken.

Stuttgart - Flitterwochen gibt es für den Armin Serwani erst mal keine. Dafür sei er zu sehr mit der anstehenden Kommunalwahl beschäftigt, sagt der Stuttgarter FDP-Chef am Telefon. Dennoch ist die Freude in seiner Stimme nicht zu überhören. Der 63-Jährige hat seinen 59 Jahre alten Lebensgefährten Sergiy am Dienstag vor einer Woche auf dem Standesamt in Feuerbach geheiratet und das Lebensereignis jetzt auf seiner Facebook-Seite geteilt. In unserer Bildergalerie hat uns Serwani einige Blicke ins Hochzeitsalbum gewährt.

„Wir haben ganz bewusst mit der Hochzeit gewartet, bis die vollkommene Gleichstellung der Ehe in Deutschland erreicht ist“, sagt Serwani, der bereits 19 Jahre mit seinem Partner zusammen lebt, „wir wollten das erst machen, wenn die Ehe wirklich Ehe ist.“ Er kämpfe seit Jahrzehnten für die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Liebe, eine Verpartnerung sei für ihn darum nie in Frage gekommen. „1988 habe ich das erste Mal für den Landtag kandidiert und ganz bewusst mein Wahlplakat in den Kings Klub gehängt“, sagt Serwani. Er habe damit in dem schwulenfreundlichen Club ein Zeichen setzen wollen.

Keine kirchliche Trauung

Die Trauung des Paars hat die Feuerbacher Bezirksvorsteherin Andrea Klöber übernommen, eine langjährige Freundin des Kreisvorsitzender der Stuttgarter FDP. „Gefeiert wurde im kleinen Kreis, Familie und engste Freunde“, sagt Serwani. Danach ging es noch in das schwäbische Restaurant Kachelofen in der Stuttgarter Innenstadt – das die Stuttgarter FDP für Wahlpartys gerne nutzt. „Eine große Party kommt aber noch im Sommer“, verspricht Serwani.

Die gleichgeschlechtliche Ehe ist in Deutschland seit Oktober 2017 in Kraft. Seitdem haben zwar viele Stuttgarter von dem neuen Recht Gebrauch gemacht, allerdings waren wenige prominente Stuttgarter darunter – oder sie haben es ohne großen Trubel getan. Stefan Kaufmann, der Stuttgarter CDU-Chef und Bundestagsabgeordnete, bildet da eine Ausnahme. Er hat bereits 2015 den den kirchlichen Segen mit seinem Lebenspartner in der Kirche des Alten Schlosses erhalten. Für Serwani ist eine kirchliche Hochzeit aber keine Option: „Da bin ich schon seit Ewigkeiten ausgetreten!“

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