Neuanfang: Das Team von architare schuf für eine Bestandsimmobilie ein Gesamtkonzept, das Ruhe und Struktur in die Räume bringt. Foto: Annette Cardinale

Einmal komplett renovieren und vom Keller bis zum Dachgeschoss neu einrichten: Die Gestaltung eines Einfamilienhauses im süddeutschen Raum war eine wundervolle Aufgabe für architare. Barbara Benz und ihr Team entwickelten eine Wohnästhetik, die exakt auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist.  

Manchmal entstehen durch Zufälle große Veränderungen. Im konkreten Fall entdeckten die Bauherren in einem Magazin ein Stimmungsbild von Walter Knoll. Es zeigt ein Wohnzimmer, ausgestattet mit den Möbelpersönlichkeiten des renommierten Herstellers und einer Wandvertäfelung aus edlem Nussbaum. Genau in diesem Stil würden sie gerne ihr Wohnzimmer neugestalten, erklärten die Kunden bei ihrem ersten Besuch im architare Store in Stuttgart.

Beim Vor-Ort-Termin stellte das Team von Barbara Benz aber fest, dass das Wohnzimmer nicht losgelöst vom restlichen Haus betrachtet werden konnte. Dagegen sprach der offene Grundriss im Erdgeschoss, in dem Küche, Essbereich und Wohnzimmer fließend ineinander übergehen; zudem fehlte der Einrichtung der rote Faden. Die Familie lebt seit über zwanzig Jahren in ihrem Haus. Über die Jahre gesellten sich zu Bauernschränken Designklassiker, zu antiken Standuhren moderne Kunst, zu bordeauxroten Sofas bunte Leuchten und in den offenen Regalen tummelten sich Sammlungen mit Porzellanfiguren und antiken Uhren. Das Ergebnis waren viele kleine Unstimmigkeiten, die zu einem unruhigen Stil-Mix führten.

Für mehr Ruhe und Klarheit: architare entwickelte ein durchgängiges Gesamtkonzept

Mit Barbara Benz und ihrem Team fanden die Bewohner Einrichtungsspezialisten, die ihr Bedürfnis nach Ruhe und Klarheit erkannten. Aber auch nach Harmonie und Geborgenheit. Unter der Federführung von Barbara Benz hat Van Quynh Le-Bierich, Interior Designerin bei architare in Stuttgart, ein stimmiges Gesamtkonzept für alle Räume des Hauses mit neuen definierten, passenden Benutzungen entwickelt. Hierfür ließ sie sich von der Atmosphäre und den Gestaltungsideen des Walter Knoll Bildes inspirieren.

Die Bauherren waren von den Entwürfen begeistert und erteilten den Auftrag für die Neugestaltung des gesamten Hauses. architare übernahm zudem die künstlerische Bauleitung, betreute die einzelnen Bauphasen und war Ansprechpartner für alle Gewerke. „Und nachdem die Bauherren sahen, wie schön alles wird, entschieden sie sich auch, die Küche neu zu gestalten,“ berichtet Katharina Schott, die als Leiterin des architare Standorts im Stuttgarter Dorotheen Quartier auch die Abwicklung aller Projekte verantwortet. Den neuen Entwurf für die Küche realisierte architare gemeinsam mit der Firma Steininger.

Mit Möbeln von Walter Knoll, Moroso und Rimadesio entspricht die Einrichtung höchsten Wohnansprüchen

Heute liefern in allen Stockwerken Wandpaneele aus Nussbaum einen modernen und zugleich stimmungsvollen Fond. Bei der Farbgestaltung blieben die Inneneinrichter einer Farbwelt treu. Die Möbel variieren in Grau- und Braunnuancen. Decken und Wände strahlen dazu in Weiß. Die Vorhänge sind in sanftem Beige gehalten, was dem Interieur eine angenehme Leichtigkeit verleiht. Dennoch wohnt hier auch zeitloser Luxus. Möbel wie das „Chamfer“ Sofa von Patricia Urquiola, das Bücherregal „Zenit“ von Rimadesio und Walter Knoll Möbel wie das Sofa „Jaan Living“ und die Sessel „Bao“ vereinen Meister des Designs, die höchsten Wohnansprüchen genügen. Die stilvoll komponierte Einrichtung strahlt Klarheit und Ruhe aus, erzeugt aber dennoch nicht den Eindruck einer starren Designerhandschrift.

Vor ein paar Jahren hat die Geschäftsführerin von architare, Barbara Benz, als Maxime ihres Unternehmens den Leitspruch ausgegeben: „Einrichten ist Einfühlen in Lebenszusammenhänge“. Dieser Anspruch zeigt sich auch beim Umbau des Einfamilienhauses. „Die Bewohner sind sehr gesellig, haben einen großen Bekannten- und Freundeskreis.“ Deshalb steht heute der Tisch „Tadeo“ von Walter Knoll im Essbereich. Er wurde in einer Sonderlänge von 360 Zentimetern angefertigt, so können gut und gerne 16 Leute um ihn herum Platz finden.

Neue Räume: Ein cooles Lounge-Kino ersetzt das nie genutzte Spa

Die Einrichter haben zudem auch das Souterrain neu konzeptioniert und auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasst. „Wir wollen Räume schaffen, die funktional sind. In denen die Bewohner das tun können, was sie am liebsten machen,“ so Van Quynh Le-Bierich. Deshalb wurde der Spa-Bereich, der in über 20 Jahren nur zweimal genutzt wurde, eliminiert. „Wir haben den Raum neu definiert und ein Heimkino eingerichtet.“ Doch wer nun an einen konventionell eingerichtetes Fernsehzimmer denkt, wird überrascht sein. Stattdessen tritt der Besucher in ein Lounge-Kino ein – mit blauen Samtvorhängen, weichen Teppichen, Tischkicker, Barschrank und Patrica Urquiolas frei kombinierbarem Sofa „Tufty Time“.

Auch das frühere Kinderschlafzimmer der Tochter, die ausgezogen ist, sollte neu eingerichtet werden. Das architare Team schlug die Gestaltung eines „Zen-Raums“ vor. Mit seinen zarten Apricot-Tönen und Sitz- und Liegekissen von Walter Knoll dient das Zimmer zum Meditieren oder einfach zum Entspannen. Eine kleine stille Oase, die zum absoluten Lieblingsort der Hausherrin wurde, die manchmal selbst erstaunt ist, welch gewaltige Veränderungen der Wunsch, das Wohnzimmer „mal neu zu gestalten“, nach sich gezogen hat.

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