Besonders stark ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk Schorndorf gestiegen. Foto: dpa/Sonja Wurtscheid

Aufgrund seiner Branchenstruktur ist der Rems-Murr-Kreis stärker als andere Regionen von der konjunkturellen Eintrübung betroffen: Im Dezember waren mehr Menschen arbeitslos als im Jahr zuvor. Die Quote liegt bei 3,3 Prozent.

Waiblingen - Gegenüber dem Vormonat ist die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis stärker gestiegen als in einem Dezember üblich. Dies sei vor allem der „konjunkturellen Entwicklung“ geschuldet, so die Agentur für Arbeit in ihrem Bericht. „Die Arbeitslosigkeit im Kreis ist nicht nur im letzten Monat, sondern auch im Jahresverlauf gestiegen. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 2,8 Prozent, mit 3,3 Prozent liegen wir aktuell aber immer noch auf einem guten Niveau“, so die Leiterin der Waiblinger Agentur für Arbeit, Christine Käferle.

Im Lauf des vergangenen Monats waren 7 944 Menschen arbeitslos gemeldet – das waren knapp 240 mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Bestand sogar um 1256 Personen an. Im vergangenen Monat mussten sich 244 mehr Menschen bei Arbeitsagentur und Jobcenter arbeitslos melden, als sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten.

Vor allem Männer sind betroffen

Nach Personenkreisen betrachtet, sind eher Männer von der aktuellen Entwicklung am Arbeitsmarkt betroffen. So stieg die Anzahl der arbeitslosen Männer um 175 auf 4 609. Das sind knapp 4 Prozent mehr als im November und 23,3 Prozent mehr als im Dezember letzten Jahres. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Ausländern zu beobachten. Mit 3 202 Menschen sind aktuell 24,4 Prozent mehr von ihnen arbeitslos gemeldet als noch vor einem Jahr.

Im Rems-Murr-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk Schorndorf mit knapp 7 Prozent in den letzten vier Wochen besonders stark an. Die Arbeitslosenquote liegt dort laut der Agentur für Arbeit mit 3,1 Prozent aber immer noch am niedrigsten im Landkreis – zum Vergleich: In Waiblingen liegt die Quote bei 3,2 Prozent, in Backnang bei 3,7 Prozent.

Rems-Murr-Kreis überproportional von Konjunkturtief betroffen

Auch landesweit betrachtet wurden im Dezember wieder mehr Arbeitslose gezählt. Die Quote liegt in Baden-Württemberg bei 3,2 Prozent, wobei der Rems-Murr-Kreis „aufgrund seiner Branchenstruktur überproportional von der konjunkturellen Eintrübung betroffen ist“, so die Arbeitsagentur.

Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und Jobcenter wurden im Dezember 575 neue Stellen gemeldet. Das sind 112 Stellen weniger als im November und 387 weniger als im Vorjahr. Insgesamt gingen beim Arbeitgeber-Service im Jahr 2019 mehr als 10 000 Stellenmeldungen ein, das entspricht in etwa 17 Prozent weniger als 2018. Aktuell sind noch 2 766 dieser Stellen unbesetzt.

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