Klein, handlich und ohne Strombedarf: die Immunkarte. Foto: esc

Die blaue Immunkarte ist als Impfnachweis sehr beliebt. Kunden von Apotheken, die für die Erstellung der Karten auf externe Dienstleister zurückgreifen, erhalten diese aber oft erst nach Wochen. Einige Apotheken setzen nun auf eine andere Lösung.

Stuttgart - In unserem digitalen Zeitalter, in dem fast jeder ein Smartphone hat, laden sich viele Menschen den QR-Code ihres Corona-Impfzertifikats aufs Handy. Ebenfalls sehr beliebt ist aber auch die sogenannte Immunkarte, mit der man sich genauso im Restaurant oder im Laden ausweisen kann wie die Scheckkarte und im Geldbeutel mit sich führt. Das blaue Kärtchen ist inzwischen so gefragt, dass der starke Anstieg der Boosterimpfungen zu Engpässen bei Dienstleistern geführt hat. Manche Geimpfte müssen Wochen warten, bis sie die Karte geliefert bekommen.

So klagt ein Kunde der Schlossapotheke auf dem Olga-Areal im Westen, ihm werde die Karte „erst in drei Wochen geliefert“. Uta Runge, die Filialleiterin der Apotheke, bestätigt, dass der externe Dienstleister derzeit lange Lieferzeiten habe. „Normalerweise hat das nur fünf oder sechs Tage gedauert“, erzählt sie. Aber seit Beginn der Boosterimpfungen sei der Anbieter „komplett überlastet“. Zwar habe sich die Lage wieder etwas entspannt, dennoch findet auch Uta Runge, mehrere Wochen seien „keine akzeptable Lieferzeit“ für eine Immunkarte.

Inzwischen hat der Andrang etwas nachgelassen

Die Apotheke hat mittlerweile Konsequenzen daraus gezogen. „Wir haben uns einen Drucker angeschafft“, erzählt die Filialleiterin. Auch der kam nicht sofort, weil gegenwärtig auch die Nachfrage nach den Geräten so groß sei, dass auch die kurzfristig ausverkauft waren. Und der Drucker, den man schließlich geliefert bekam, hat erst einmal „nicht funktioniert“. Doch nun sei Ersatz beschafft worden. „Nächste Woche sind wir startbereit“, erklärt Uta Runge.

Die Schwanenapotheke in der City hat schon länger einen solchen Drucker. „Das geht nur ein paar Sekunden“, beschreibt Mitarbeiterin Andrea Bonifert die Erstellung der Immunkarte. Inzwischen habe die Nachfrage etwas nachgelassen, aber nach dem Beginn der Boosterimpfungen sei „der Andrang sehr groß gewesen“, sagt die pharmazeutisch-technische Assistentin. In dieser Zeit seien jeden Tag zig Kunden gekommen, die eine Immunkarte wollten. Andrea Bonifert führt die große Nachfrage auch darauf zurück, dass Kunden von Apotheken, die noch externe Dienstleister haben, auf Apotheken mit Drucker ausweichen. „Das spricht sich herum“, hat man in der Schwanenapotheke festgestellt.

Die zweite Karte ist günstiger

Unter den Kunden, welche die Karte oder auch noch zuvor das Zertifikat mit den QR-Code wollen, seien sowohl Menschen, die schon eine Immunkarte nach der zweiten Impfung hatten und nun nach dem Boostern eine neue benötigen, aber auch welche, die erstmals nach der Drittimpfung eine verlangen. Die erste Immunkarte kostet in der Schwanenapotheke 9,90 Euro, das ist der übliche Preis. „Jede weitere Karte kostet dann 7,90 Euro“, sagt Andrea Bonifert.

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