In Kirchheim sorgt sich der Nabu um den Natur- und Artenschutz. Foto: dpa/Uwe Anspach

Der Naturschutzbund ist sauer. Jahrelang hätten Verantwortliche in Kirchheim den Natur- und Artenschutz vernachlässigt. Jetzt haben sie Strafanzeige erstattet.

Kirchheim - Der Nabu-Kreisverband Esslingen des Naturschutzbundes (Nabu) hat Strafanzeigen unter anderem gegen Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer erstattet. Er wirft Riemer sowie einigen Unternehmen vor, jahrelang den Arten- und Naturschutzes vernachlässigt zu haben. Aus Sicht des Nabu handelt es sich um fünf konkrete Fälle, wo von einem „möglicherweise gesetzeswidrigen Handeln“ auszugehen sei. So habe man es versäumt, bei der Bebauung von Flächen Untersuchungen zum Artenschutz vorzunehmen. Wenn Untersuchungen vorgenommen wurden, sei die Stadt den Pflichten, die sich daraus ergeben hätten, nicht immer oder ungenügend nachgekommen. In einem Fall seien jahrelang Genehmigungen für Baumfällungen erteilt worden, die nicht hätten erteilt werden dürfen. Zu Schaden gekommen seien Tierarten wie Fledermäuse und Waldohreulen.

Jahrelanges Fehlverhalten?

Man wolle keine Vorverurteilung, betonte die Geschäftsführerin des Kreisverbandes Jenny Helber. Es gehe aber um „jahrelanges Fehlverhalten der Verantwortlichen“. Der im Gesetz verankerte Schutz der Natur sei offensichtlich noch nicht im Bewusstsein mancher Verantwortlicher angekommen, heißt es in einem Nabu-Schreiben. Die Stadtverwaltung bestätigte, Kenntnis von den Strafanzeigen zu haben. Mit Blick auf das anlaufendes Verfahren wolle sie aber keine Stellungnahme dazu abgeben.

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