Wie hier die Feuerwache 1 im Stuttgarter Süden entsprechen viele Feuerwehrhäuser im Land nicht mehr den Anforderungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Viele der 3192 Feuerwehrgebäude in Baden-Württemberg sind sanierungsbedürftig oder müssten neu gebaut werden. Doch das ist nicht nur wegen der hohen Kosten gar nicht so einfach.

Stuttgart - Viele Feuerwachen im Land sind in die Jahre gekommen. Neubauten lassen sich aber nicht nur aus finanziellen Gründen schwer realisieren. „Es wird immer schwieriger, geeignete neue Standorte für ein Feuerwehrhaus zu finden“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums unserer Zeitung. Einerseits sollten sie möglichst zentral liegen, um den Feuerwehrangehörigen durch kurze Wege zur Wache ein schnelles Ausrücken und eine kurze Alarmfahrt zu ermöglichen. „Auf der anderen Seite wird von Anwohnern die mögliche Lärmemission befürchtet – vom Autotüren-Zuschlagen über den Übungsbetrieb bis hin zum Ausrücken der Einsatzfahrzeuge.“ Auch der Naturschutz kann eine Rolle spielen. Probleme gibt es derzeit etwa in Freiburg oder Sachsenheim (Kreis Ludwigsburg).

Wie groß der Sanierungs- und Neubaubedarf in Baden-Württemberg ist, kann man beim Ministerium nicht sagen, denn es gibt keine Statistik. Für die Baumaßnahmen sind die Kommunen zuständig. Das Land stellt insgesamt jährlich knapp 70 Millionen Euro für die Förderung des Feuerwehrwesens zur Verfügung. „In der aktuellen Förderrunde konnten so landesweit alle Anträge für Neubauten von Feuerwehrhäusern mit einer Zuwendung des Landes berücksichtigt werden“, heißt es im Ministerium.

Der Zustand der 3192 Feuerwehrgebäude im Land sei sehr unterschiedlich, sagte Frank Knödler. Bei den Berufsfeuerwehren sei die Situation in Stuttgart am schlechtesten, so der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. Dort läuft nun ein Bauprogramm an. Klar ist für Knödler aber, dass sich vielerorts die Zustände verbessern müssten: „Wir müssen flächendeckend einen Zustand bekommen, der die heutigen Arbeits- und Gesundheitsanforderungen erfüllt.“

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