Der Altkleidercontainer auf dem Parkplatz hinter dem Ökumenischen Zentrum ist fest im Boden verankert und konnte deshalb bisher nicht entfernt werden. Foto: Iris Frey

Seit Mai steht ein illegaler Altkleidercontainer auf dem Parkplatz hinter dem Ökumenischen Zentrum. Dieser kann nicht entfernt werden, weil er tief in der Erde verankert ist.

Neugereut - D ie Anwohner des Flamingowegs sind genervt: Seit Mai steht auf dem Parkplatz hinter dem Ökumenischen Zentrum Neugereut ein grüner Altkleidercontainer. Wer ihn aufgestellt hat, ist jedoch nicht zu erkennen. Lediglich der Hinweis „Kleider und Schuhe“ ist da zu lesen. Und, dass Diebstahl angezeigt werden soll. Es winken 1000 Euro Belohnung. Der Verdacht liegt nahe, dass hier etwas nicht stimmt. So ist es auch: „Der Container wurde illegal aufgestellt. Der Besitzer ist uns nicht bekannt“, sagt Ann-Katrin Gehrung, Sprecherin der Stadt Stuttgart. Eigentlich dürfte der sperrige grüne Kasten auf dem Parkplatz, der öffentliches Gelände ist, nicht länger dort stehen. Das Ordnungsamt hat bereits versucht, den Container zu entfernen, jedoch vergebens. Denn diejenigen, die ihn aufgestellt haben, gingen dabei einfallsreich vor und haben offenbar immensen Aufwand betrieben. Der Container ist mit Stützen tief in der Erde verankert und kann deshalb nicht so einfach von der Stelle bewegt werden.

Zwei Versuche gescheitert

„Dass ein Container mit einer Vorrichtung im Boden verankert wurde, ist ein Sonderfall, der so noch nicht vorkam“, sagt Gehrung. Deshalb überlegen Mitarbeiter des Ordnungsamts und des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft derzeit, wie der Container entfernt werden kann. Zwei Versuche sind aufgrund der festen Installation bisher gescheitert. Die Anwohner müssen sich also noch ein wenig gedulden.

Der grüne Container in Neugereut ist übrigens laut Behörden der letzte illegale Altkleidercontainer im gesamten Stadtgebiet. „Durch das massive Vorgehen der Stadtverwaltung gegen die illegalen Sammelcontainer ist deren Anzahl im letzten Jahr deutlich gesunken“, sagt Gehrung. Waren es 2017 noch 37 illegale Container, wurden 2018 bisher nur fünf aufgestellt– vier davon sind bereits wieder abgebaut. Das entsprechende Unternehmen wird, sofern bekannt, angezeigt. Allerdings haben sich auch die Aufsteller angepasst. Bis vor ein oder zwei Jahren waren häufig noch Aufkleber mit Kontaktdaten angebracht, das kommt heute nicht mehr vor. Deshalb kann auch im aktuellen Fall lediglich Anzeige gegen unbekannt erstattet werden. Möglichkeiten, alte Kleider an legalen Stellen abzugeben, gibt es in Stuttgart ausreichend: Insgesamt sind 200 Container aufgestellt, die von sechs gemeinnützigen Organisationen betrieben werden.

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