Ein Jugendlicher hatte nahe Konstanz rund 40 Kälber gekauft (Symbolbild). Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Um die Tiere vor einer möglichen Schlachtung oder Ausbeutung zu bewahren, will nun ein Tierschutzverein rund 40 Kälber retten. Sie sind zuvor nahe Konstanz von einem Jugendlichen gekauft worden.

Konstanz - Nachdem ein Jugendlicher nahe Konstanz 40 Kälber gekauft hat, will ein Verein die überlebenden Tiere retten. Die Kälber sollten davor bewahrt werden, geschlachtet und gegessen oder in der Milchproduktion ausgebeutet zu werden, sagte der Vorsitzende von Animal Pride, Christof Stelz, am Freitag.

Der Verein aus dem benachbarten schweizerischen Kreuzlingen will demnach versuchen, die Kälber vom Veterinäramt abzukaufen. Rund 20 Unterstützer hätten sich bisher gemeldet, um beim Erwerb der Tiere zu helfen oder eine Patenschaft für eines der Kälber zu übernehmen. Wie hoch die Kosten sein werden, könne man derzeit noch nicht abschätzen, sagte Stelz. Zuvor hatte der „Südkurier“ berichtet.

Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz

Die Tiere waren am vergangenen Samstag mit einem Tiertransport aus Niedersachsen auf einen leerstehenden Hof nahe Konstanz geliefert worden. Ein 17-Jähriger hatte sie zum Preis von 1500 Euro über ein Internet-Kleinanzeigenportal gekauft. Der „Bild“-Zeitung (Mittwoch) sagte der Jugendliche, er habe die Kälber großziehen wollen: „Rinder sind meine Lieblingstiere.“ Zeugen waren nach Angaben der Polizei auf die Tiere aufmerksam geworden, die ohne Wasser, Milch und Futter untergebracht waren. Die Beamten fanden auf dem Gelände zwei tote Kälber, zehn weitere mussten wegen ihres schlechten Gesundheitszustands eingeschläfert werden.

Derzeit würden die Tiere auf einem Hof im Landkreis Konstanz aufgepäppelt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Wenn sie wieder zu Kräften gekommen seien, sollten sie verkauft werden, um mit dem Erlös die entstandenen Kosten zu bezahlen. Sowohl gegen den 17-Jährigen als auch gegen den mutmaßlichen Händler sowie den Spediteur der Tiere ermitteln die Behörden wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.

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