Nicolas Gonzalez bejubelt den Aufstieg mit dem VfB Stuttgart Foto: dpa/Tom Weller

Adios Amigos? Der Argentinier Nicolas Gonzalez hat offenbar genug von Deutschland und vom VfB Stuttgart und verspürt Lust auf eine Luftveränderung, wie er in einem italienischen Interview erklärte. Was ist an seinen Aussagen dran?

Stuttgart - Es gehört zu den Klassikern der Bundesligapause. Spieler, die in Interviews ausländischer Medien wahlweise ihren Frust über die sportliche Entwicklung bei ihrem Verein artikulieren. Oder offen ihren Wechselwunsch formulieren.

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Aktuellstes Beispiel: Nicolas Gonzalez vom VfB Stuttgart. Der Argentinier war in der abgelaufenen Saison einer der Stützen im Team der Weiß-Roten. Mit seinen 14 Toren hatte er großen Anteil an der Rückkehr in die Bundesliga. Immer, wenn der Angreifer auf dem Platz stand, konnte man ihm eines nicht vorwerfen: Fehlende Leidenschaft und Laufbereitschaft. Nach dem Abstieg 2019 vollzog der 22-Jährigen einen unerwarteten Reifeprozess: Vom ungestümen Jüngling ohne viel Spielverständnis zu einem disziplinierten Offensivallrounder, der auch in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf behielt: Fünf von fünf verwandelten Strafstößen in dieser Saison zeugen davon.

So wundert es nicht, dass sich der Mann aus Belén de Escobar zu einem begehrten Objekt auf dem Transfermarkt entpuppt hat. Sein Marktwert liegt nahe zehn Millionen Euro – schließlich lief Gonzalez auch schon dreimal für die argentinische Nationalmannschaft auf. Für künftig noch mehr Einsätze in der Albiceleste strebt Gonzalez nach Höherem – anders lässt sich das Interview, das er dem italienischen Portal „Tuttomercatoweb“ gegeben hat, nicht erklären.

Gonzalez will den VfB bereits informiert haben

Dort sagt Gonzalez klipp und klar: „In Deutschland war es eine großartige Geschichte, aber jetzt habe ich mich entschieden: Ich möchte gehen, ich möchte frische Luft. Ich möchte Stuttgart verlassen.“ Ein Satz, der kaum Raum für Interpretationen lässt. Demnach hat der Argentinier seinen Arbeitgeber, wo er einen Vertrag bis 2023 besitzt, über seinen geplanten Abgang bereits informiert.

Dass Gonzalez einem Sportportal aus Italien so bereitwillig Auskunft über seine Zukunftspläne gibt, ist gewiss kein Zufall. Schon länger soll Inter Mailand aus der Serie A ein Auge auf den schnellen Linksfuß geworfen haben. In dem aktuellen Bericht wird auch der SSC Neapel ins Spiel gebraucht, genauso der FC Valencia aus Spanien. Nach Informationen unserer Redaktion ist auch der AC Mailand stark interessiert.

Hansi Müller hält nicht viel von Gonzalez

Und der VfB? Hält auf Grund des bestehenden Vertrags die Fäden erst einmal in der Hand. Auf Nachfrage wollte sich der Club am Montag zu den Aussagen von Gonzalez vorerst nicht äußern. Vielleicht folgt Sportdirektor Sven Mislintat ja dem Rat von Hansi Müller und schaut sich schon nach Ersatz um. Der frühere VfB-Star hält es für das oberste Gebot, „einen Knipser zu holen“. Einen solchen sieht er beim Aufsteiger nicht – auch nicht in Nicolas Gonzalez. „Für einen argentinischen Nationalspieler“ so Müllers Urteil, „zeigt er nicht das, was man erwarten darf.“

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