Jeffrey Epstein hat vermutlich in seiner Zelle Suizid begangen. Foto: dpa

Der leblos in seiner Zelle aufgefundene US-Millionär Jeffrey Epstein soll zwei Tage vor seinem Tod seinen letzten Willen aufgesetzt haben. Das berichten US-Medien.

New York - Der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte US-Unternehmer Jeffrey Epstein hat nach Medienberichten zwei Tage vor seinem Suizid ein Testament aufgesetzt. Das Dokument, das auf den Virgin Islands eingereicht worden sei, beziffert Epsteins Vermögen auf rund 578 Millionen US-Dollar (rund 521 Millionen Euro), schrieb die „New York Post“ am Montag (Ortszeit). Die Zeitung hatte das Dokument im Netz veröffentlicht.

Begünstigte seien darin nicht aufgeführt, hieß es weiter. Der 66-jährige Epstein habe sein Vermögen einem Treuhandfonds namens „The 1953 Trust“ übertragen, Bezug nehmend auf sein Geburtsjahr. Mutmaßliche Opfer Epsteins hatten laut US-Medien angekündigt, Schadenersatz fordern zu wollen.

Unregelmäßigkeiten in der Haftanstalt

In seinem Testament habe Epstein unter anderem angegeben, Bargeld in Höhe von mehr als 56 Million Dollar zu besitzen, sowie Flugzeuge, Autos und Boote im Wert von gut 18 Millionen Dollar. Der Marktwert seiner Kunstsammlung müsse noch geschätzt werden. Das Testament sei laut „New York Post“ am 8. August von Epstein unterzeichnet worden.

Der bestens vernetzte Geschäftsmann hatte sich am 10. August in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen der Missbrauchsvorwürfe vor Gericht gebracht werden sollte. Er wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift hatte Epstein zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring aufgebaut.

Nach dem Suizid Epsteins gab es an der Spitze der US-Bundesgefängnisbehörde einen Personalwechsel. Justizminister William Barr beklagte „schwere Unregelmäßigkeiten“ in der Haftanstalt und kündigte eine gründliche Untersuchung des Falls an.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/

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