Gerade geräuschert: Jens Völker holt die Forellen nach zweieinhalb Stunden aus dem Ofen. Foto: factum/Weise

Schon vor dem Verkaufsstart sind die Angeler ausverkauft: Ihre frisch geräucherten Forellen gibt es nur auf Bestellung. Der Feiertagsschmaus wird von 6 Uhr an über glimmendem Sägmehl zubereitet. Natürlich nach einem Geheimrezept.

Weil im Schönbuch - Den Karfreitag verbringen die Mitglieder des Fischereivereins von Weil im Schönbuch größtenteils am Feuerwehrsee: Von 6 Uhr morgens an räuchern sie auf dem Platz in fünf Öfen mehrere hundert Schwarzwaldforellen. Die genaue Zahl – sie soll im vierstelligen Bereich liegen – ist ebenso ein Betriebsgeheimnis wie die Gewürzmischung vom Räuchermeister Klaus Löffler. Aus dem ganzen Kreis Böblingen gehen dafür die Bestellungen ein, auch von den Fildern kommt die Kundschaft. „Wir sind beim Räuchern auf einem Premiumniveau“, sagt der Vereinsvorsitzende Matthias Hahn. Seit zwölf Jahren wird die Tradition gepflegt, der Bau des Vereinsheims war einst der Auslöser dafür. Und jedes Jahr seien sie ein bisschen besser geworden, findet Matthias Hahn.

Die Forellen kommen aus dem Schwarzwald

Die Forellen stammen von einem Züchter aus dem Schwarzwald. Bevor die Fische zweieinhalb Stunden lang über glimmenden, Sägemehl in dem Ofen hängen, werden sie gewaschen, in einer Salz- und Gewürzlake eingelegt und dann getrocknet. Damit sie ihre schöne goldene Farbe erhalten, werden dem Sägmehl ein paar Zuckerwürfel beigemischt. Einige Anglervereine im Kreis Böblingen verkaufen am Karfreitag Fisch, aber die wenigsten räuchern so frisch. Die Forellen aus Weil im Schönbuch gibt es auch nur auf Bestellung. In Alufolie eingewickelt nehmen die Kunden ihre Ware mit, auf Wunsch vakuumiert. „Gleich daheim essen, dann schmeckt es am besten“, lautet die Empfehlung von Matthias Hahn.

Am ersten Advent besteht die nächste Chance auf einen frisch geräucherten Fisch aus Weil im Schönbuch. Seit zehn Jahren pflegen die Angler nämlich auch eine vorweihnachtliche Räucheraktion. Der Einsatz lohnt sich offenbar für die Angler: Ihr Vereinsheim am Dörschachsee sei wunderschön, sagt der Vereinssprecher Jens Völker, vor sechs Jahren wurde es noch einmal erweitert. Dort und an zwei weiteren Gewässern holen die 82 Mitglieder des Fischereivereins Hechte, Zander, Karpfen, Schleien und andere Arten aus dem Wasser.

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