Im Westen wird die Hamas als Terrororganisation eingestuft. Foto: AP

Skepsis ist geboten, ob das neue Angebot der Hamas zu einer Versöhnung führt.

Tel Aviv - Nichts hat die Palästinenser politisch so geschwächt wie ihre innere Spaltung. Hier die international anerkannte Autonomieführung im Westjordanland unter Präsident Mahmud Abbas, dort die bösen Islamisten, die Gaza zu einem Elendsstreifen haben verkommen lassen. Bisher sind alle Versöhnungsversuche zwischen Fatah und Hamas gescheitert. Skepsis ist geboten, ob das neue Angebot der Hamas zu einem anderen Ergebnis führt. Dennoch sollte man die Konzessionen, zu denen sie sich jetzt bereit erklärt hat, nicht als taktisches Manöver abtun.

Ja es stimmt, im Westen wird sie als Terrororganisation eingestuft. Aber die Hamas ist ein Machtfaktor, an dem man in Gaza nicht vorbeikommt. Wenn sie jetzt die Regierungsaufgaben den Behörden von Abbas übertragen und Wahlen zustimmen will, ist das zumindest eine Chance. Die einzige, die derzeit in Sicht ist, um über zwei Millionen Bewohnern in Gaza einen Ausweg aus einer katastrophalen Lage zu öffnen. Darauf sollte das Augenmerk liegen, wenn über die Hamas-Vorschläge diskutiert wird. Abbas könnte den Kurswechsel der palästinensischen Islamisten sogar als Erfolg seiner Sanktionen ausgeben, mit denen er sein halbes Volk abgestraft hat. Sei es drum. Es ist an der Zeit, Gaza neue Perspektiven zu öffnen. Israel hätte auch etwas davon, vor allem ein Mehr an Sicherheit.

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