Nicolas Gonzalez und der VfB landen in Osnabrück auf dem harten Boden der Realität. Foto: Baumann

Krise überwunden? Denkste. Nach zuletzt zwei Siegen fällt der VfB Stuttgart beim 0:1 gegen den VfL Osnabrück in alte Muster zurück und erleidet beim 0:1 einen herben Rückschlag. Wir analysieren das Spiel in unserer „Fünferkette“.

Osnabrück - Der VfB lässt in Osnabrück keinerlei Weiterentwicklung erkennen. Abermals erweist sich ein wacker verteidigender Gegner als zu große Hürde. Die Gründe analysieren wir in unserer „Fünferkette“.

Spielidee Was zuletzt gegen den Hamburger SV und Dynamo Dresden gut funktioniert hat, wird auch in Osnabrück für einen Dreier reichen, dachte sich Trainer Tim Walter und orientierte sich in seiner Spielanordnung wieder am Tannenbaum. Also an der gewohnt offensiven Ausrichtung, ohne die Absicherung nach hinten zu sehr zu vernachlässigen. Ein schlüssiger Plan, der aber schnell durchkreuzt wurde.

Spielentscheidend Denn schon nach vier Minuten lag der VfB zurück. Was dem wackeren Aufsteiger perfekt in die Karten spielte. Er musste sich fortan nur noch hinten einigeln und den VfB das Spiel machen lassen. Doch dem großen Favoriten fiel herzlich wenig ein. Weder durch Tempo noch durch überraschende Aktionen schafften es die Mannen von Tim Walter, die Abwehrriegel der Gastgeber aufzubrechen und für Lücken zu sorgen. Allzu oft endete das Angriffsspiel am Strafraum. Gegen Ende wurden die Chancen häufiger, aber selten zwingend. „Uns fehlen im Abschluss immer die letzten ein, zwei Prozent“, bemängelte Torhüter Gregor Kobel. So war es am Ende (wieder einmal) der gegnerische Torwart, der über sich hinauswuchs und den knappen Sieg festhielt.

Spielentscheider Ein gewisser Marcos Alvarez war nach 90 Minuten der gefeierte Held an der Bremer Brücke. Zu seinen Zeiten bei den Stuttgarter Kickers (2012 bis 2014) riss der Stürmer keine Bäume aus, gegen den VfB erzielte Alvarez mit dem 1:0 bereits sein sechstes Saisontor. Ein echter Torjäger, den man beim VfB schmerzlich vermisst. Hamadi Al Ghaddioui trifft eben nicht jedes Mal nach seiner Einwechslung. Der Stoßstürmer war in Osnabrück genauso abgemeldet wie Mario Gomez, der noch nie ein guter Joker war.

Wortspiel „Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten“, zielte Sven Mislintat auf den abermaligen Chancenwucher der Cannstatter ab. Der Sportdirektor wirkte erstmals nach einer Niederlage genervt. „Wir kommen sechsmal frei vors Tor, da musst du den Ball einfach mal reinschießen.“ Wie der Torschusspanik beizukommen ist, darauf hatte niemand im Lager der Stuttgarter eine schlüssige Antwort.

Spielplan Mit „Auf-Wiedersehen“-Sprechchören wurden die VfB-Profis vom Osnabrücker Publikum verabschiedet. Wenn die Mannschaft so weitermacht, muss sie kommende Saison wieder an die Bremer Brücke reisen. Vier Niederlagen aus 13 Spielen sind keine gute Bilanz für einen Aufstiegsanwärter. Um die Fans nicht vollends ins Tal der Tränen zu stürzen, ist ein Sieg im Derby gegen den Karlsruher SC am 24. November Pflicht. „Dort können wir vieles wieder gutmachen,“ glaubt Philipp Klement.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: