Wer Familie hat, muss bei der Vorsorge für Krankheit und Alter an vieles denken. Foto: dpa

Wer sich finanziell und rechtlich absichern möchte, kann sich professionelle Hilfe holen – zum Beispiel von einem Generationenberater. Dieser Service kostet aber Geld.

Filder - Der Stadtseniorenrat informiert kostenlos und unabhängig zu Themen wie der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung. Die Delegierten laden regelmäßig zu Sprechstunden ein. Wer sich noch mehr Unterstützung wünscht, kann einen sogenannten Generationenberater beauftragen. Diese haben ein entsprechendes Seminar absolviert, zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). Auch verschiedene Kreditinstitute wie zum Beispiel die BW-Bank oder die Kreissparkassen bieten eine Generationenberatung an.

Gabriele Jahnke hat die Ausbildung bei der IHK absolviert. Seit März 2015 ist die Fachwirtin für Finanzberatung aus Bonlanden nun als zertifizierte Generationenberaterin unterwegs. Viele Jahre lang war sie selbstständige Versicherungsmaklerin. Aus dieser Zeit weiß sie, dass die Menschen sparen und sich finanziell für die Zukunft rüsten, die rechtliche Seite aber oft außen vor lassen. „Sie scheuen sich davor und hoffen, dass schon alles irgendwie gut gehen wird“, sagt Jahnke. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen, findet die Expertin. Jeder – egal ob jung oder alt – könne plötzlich entscheidungsunfähig werden, zum Beispiel auf Grund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit. Für diese Fälle baut Jahnke mit Kunden ein Vorsorgenetz auf.

„Kinder haften für ihre Eltern“

Jahnke hat ein eigenes Konzept entworfen. Dieses beginnt mit einem Stammbaum des Auftraggebers. Denn: „Die Blutlinie ist füreinander verantwortlich – Kinder haften für ihre Eltern“, sagt sie. In dem Ordner, den ihre Kunden bekommen, ist ein mehrseitiges Formular. Dort ist Platz für die wichtigsten Informationen. Das beginnt bei der Steuer-Identifikationsnummer und reicht bis zu einer Auflistung mit den wichtigsten Versicherungen. Denn das alles muss derjenige wissen, der für einen handeln soll, wenn man selbst nicht mehr handeln kann.

Zudem erstellt die Generationenberaterin zusammen mit ihren Kunden auf Wunsch eine Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht. Es gibt aber noch viel mehr Bereiche, an die man denken muss. Zum Beispiel an das Themen Erben und Schenken oder an eine Sorgerechtsverfügung für die noch minderjährigen Kinder. Wer soll sich ums Haustier kümmern? Und wie möchte ich selbst beerdigt werden? Das alles kann im Vorfeld geregelt werden – mit oder ohne professionelle Hilfe.

Ein Rund-um-sorglos-Paket

Gabriele Jahnke hat sich ein Netzwerk aufgebaut. Bei ihren Beratungen arbeitet sie mit Juristen, einem Arzt und – wenn es um das Thema Erben geht – im Zweifelsfall sogar mit einer Mediatorin zusammen. Sie vereinbart auf Wunsch einen Termin beim Anwalt und bereitet die Unterlagen vor. Zu ihrem Service gehört auch, dass sie sich mit den Personen zusammensetzt, die im Falle eines Falles für ihren Kunden handeln sollen. Denn diese müssen darüber Bescheid wissen, dass vorgesorgt wurde und wo wichtige Dokumente zu finden sind.

Gabriele Jahnkes Generationenberatung kostet. Sie berechnet 78 Euro pro Stunde. Allerdings können die Themen auch einzeln gebucht werden; der Auftraggeber bestimmt den Umfang der Beratung. Und außerdem gibt Jahnke zu bedenken: „Es geht um das eigene Leben!“ Dennoch räumt sie ein, dass ihr Service eher etwas für die Leute sei, die ein Rund-um-sorglos-Paket wünschen und die etwas Geld im Hintergrund haben.

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