Der Star-DJ und Musiker Frans Zimmer alias Alle Farben kommt am kommenden Samstag zum Stuttgarter CSD. Foto: dpa

Jetzt ist offiziell, was seit Tagen gemunkelt worden ist: Star-DJ und Echo-Preisträger Frans Zimmer alias Alle Farben reiht sich bei der CSD-Parade in Stuttgart ein und legt auf. Noch mehr Überraschungsgäste werden erwartet.

Stuttgart - Der Durchbruch gelang ihm, als er 2012 auf dem ehemaligen Berliner Flughafen Tempelhof 30 000 Raver heiß machte. Seitdem rast Frans Zimmer alias Alle Farben in den deutschen Charts immer wieder weit nach oben. Der 34-Jährige bindet neben klassischer Musik von Tschaikowsky Schlager-Gassenhauer der 1920er Jahre ein und nahm vor wenigen Monaten mit James Blunt die Single „Walk away“ auf. International wird der Echo-Preisträger gebucht – und hat sich, wie am Montag offiziell bestätigt worden ist, für kommenden Samstag bei der Parade des Stuttgarter CSD angekündigt.

Hoch auf dem Wagen mit der Nummer 66

Alle Farben legt nicht etwa bei einer After-Show-Party des Christopher Street Day auf – der Berliner Star-DJ fährt auf dem Wagen mit der Nummer 66 mit und macht dort oben bei der rollenden Parade von 15.30 bis 18.15 Uhr quer durch die Stadt seine Musik. Eine Firma aus Würzburg, die Hebebühnen und Stapler vermietet, hat ihn engagiert. Dort hörte man, dass Frans Zimmer beim Berliner CSD dabei war und auch schon mal einen Truck selbst bezahlt hat. Als die Würzburger ihn fragten, ob er nach Stuttgart kommen will, sagte er zu. So kurzfristig ist dies geschehen, dass davon in den CSD-Programmen noch nichts steht. „Das Motto des Wagens 66 ist ,Mut zur Freiheit - alle Farben für die Welt’, da passt der Musiker Alle Farben gut rein“, erklärt ein Sprecher der Organisatoren und fügt hinzu: „Frans Zimmer ruft die Menschen in Stuttgart dazu auf, als Zuschauer an der Parade teilzunehmen.“

Oper, Schauspiel und Ballett mit Künstler vertreten

94 Formationen sind bei der CSD-Parade dabei, zwei mehr als vor einem Jahr. Mit der Startnummer acht wird eine Holzkutsche auf einem Truck stehen. Selbst rollen kann sie nicht. Die Kutsche ist ein Kulissenteil. Sie stammt aus dem „Gestiefelten Kater“ des Schauspiels. Die vier Intendanten der Württembergischen Staatstheater rührten als CSD-Schirmherren mit emotionalen Reden die Rainbow-Community beim OB-Empfang zu Tränen. Am Samstag sind die Bühnen bei der Parade vertreten. In der Holzkutsche sitzen acht kostümierte Vertreter von Oper, Schauspiel und Ballett, unter anderen George Bailey, den in den 1970ern die Tanzlegende John Cranko nach Stuttgart geholt hatte, im Cinderella-Bühnenoutfit.

Auch die Stuttgarter DJane Alegra Cole ist dabei

Neben DJ Frans Zimmer ist eine bekannte Stuttgarter DJane bei der Parade dabei: Alegra Cole legt auf dem Truck der FDP auf. Traditionell wird Laura Halding-Hoppenheit, die „Mutter der Schwulen“, fähnchenwinkend auf einem Motorrad chauffiert. Christoph Michl, der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft CSD, freut sich, dass sich die Katholische Junge Gemeinde Rottenburg-Stuttgart erneut als einziger Vertreter der katholischen Kirche einreiht. Vor einem Jahr ist sie von der CSD-Jury zur besten Formation gekürt worden und hatte danach kirchenintern viel Ärger bekommen. Auch diesmal wird eine Jury, zu der unter anderen Renitenz-Intendant Sebastian Weingarten und Frl. Wommy Wonder gehören, die besten Gruppen bestimmen. „Diesmal sind die politischen Botschaften etwa für Transsexuelle und Transgender besonders stark“, sagt Michl.

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