In der Region Stuttgart steigt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen zu Wochenbeginn wieder. Foto: dpa/Kay Nietfeld

In vielen Kreisen im Südwesten steigen die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder deutlich an. Zwar gelten derzeit nur in wenigen Regionen nächtliche Ausgangsbeschränkungen – das könnte sich jedoch bald ändern. Hier geht es zu den aktuellen Daten.

Stuttgart - Nach wochenlangem Rückgang stagnieren oder steigen die Zahlen der bestätigten Corona-Neuinfektionen in Deutschland wieder – in Baden-Württemberg stiegen sie zuletzt sogar wieder an. Die 7-Tage-Inzidenz verzeichnet zuletzt in immer mehr Kreisen des Landes einen Aufwärtstrend, auch liegen wieder mehr Regionen über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel. Ausgangssperren gelten aktuell dennoch nur in den wenigsten Kreisen.

Eine mögliche Erklärung für wieder steigende Infektionszahlen in Deutschland und Baden-Württemberg ist die Ausbreitung der Virusmutationen, allen voran der britischen Variante. Sie macht laut Daten des Robert-Koch-Instituts deutschlandweit aktuell etwa jede fünfte bestätigte Corona-Infektion aus – und gilt als deutlich ansteckender als der bislang verbreitete Wildtyp. Noch ist nicht sicher, ob die stagnierende Entwicklung der Infektionszahlen den Trend zu sinkenden Fallzahlen nur vorübergehend bremst oder ihn dauerhaft bricht.

In diesem Beitrag veröffentlichen wir die aktuellsten Zahlen zur Entwicklung des Infektionsgeschehens. Wir greifen dafür auf Daten des Robert-Koch-Instituts sowie des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg zurück. Stand der Daten: 24. Februar, 11:30 Uhr.

Corona in Deutschland

Die wichtigste Kennziffer ist die Zahl der per Labortest bestätigten Neuinfektionen im Wochenmittel je 100 000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz). Nach beständigem Rückgang in den vergangenen Wochen stagniert der Wert in Deutschland, in Baden-Württemberg steigt er wieder leicht.

Das Diagramm zeigt die 7-Tage-Inzidenz für Deutschland und Baden-Württemberg seit März 2020:

Die Zahl der an und mit Covid-19 Verstorbenen reagiert immer erst zeitversetzt auf die Entwicklung der Infektionen und sinkt aktuell weiter. Der Wert hat die Marke von 400 Todesfällen pro Tag (Wochenmittel) unterschritten. Wichtig zu wissen: Die Zahlen beziehen sich auf das Melde-, nicht auf das Sterbedatum.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden, ans RKI gemeldeten Todesfälle seit März:

Aktuell werden pro Woche knapp 50 000 neue Infektionen bestätigt. Am höchsten ist der Anteil weiterhin in Thüringen, dort liegt die 7-Tage-Inzidenz zuletzt bei 119. Baden-Württemberg verzeichnet mit 46 weiterhin den niedrigsten Wert bundesweit – doch auch hier ist eine steigende Tendenz erkennbar.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Zahlen für die einzelnen Bundesländer. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Länder angezeigt zu bekommen.

Corona in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg ist die 7-Tage-Inzidenz im Wochenvergleich vielerorts deutlich gestiegen – unter anderem in den Kreisen Böblingen, Baden-Baden und Heidelberg. 33 der 44 Kreise im Land liegen unter der politisch relevanten Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner im Wochenmittel.

In der folgenden Tabelle geben wir die jeweils aktuellsten Werte für die Stadt- und Landkreise an und zeigen, wie sich die 7-Tage-Inzidenz in den letzten Tagen entwickelt hat. Sie können die Tabelle durchblättern, um alle Kreise angezeigt zu bekommen.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen dürfen nur noch in Stadt- und Landkreisen gelten, in denen die 7-Tage-Inzidenz eine Woche lang über 50 lag. Die Inzidenzwerte sind aber nur ein Faktor, der zu Ausgangsbeschränkungen führen kann. In letzter Konsequenz entscheiden die örtlichen Gesundheitsämter. Einen Überblick darüber, in welchen Kreisen derzeit Ausgangssperren gelten, haben wir hier zusammengestellt.

Die Mutationen des Coronavirus breiten sich in Baden-Württemberg weiter aus. Immer mehr Labore und Unikliniken testen positive Proben auf die verschiedenen Mutationen und melden die Fälle an das Landesgesundheitsamt. Bis Ende Februar sollen alle positiven Coronaproben im Land auf Mutationen getestet werden. Bis dahin sind die Zahlen noch nicht repräsentativ. Dennoch ist mittlerweile klar, dass die britische Mutation den größten Anteil in Baden-Württemberg hat.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der gemeldeten Mutationen in Baden-Württemberg seit Ende Januar. Wegen der noch nicht etablierten Meldekette kann es laut Landesgesundheitsamt zu Sprüngen oder nachträglichen Korrekturen der Zahlen kommen:

Die Zahl der gemeldeten an und mit Covid-19 Verstorbenen sank Anfang Februar mit kleinen Dellen auch in Baden-Württemberg. Ähnlich wie zuletzt Mitte November liegt die Zahl der Verstorbenen bei 22.

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung der mit Corona zusammenhängenden Todesfälle seit Ausbruch der Pandemie:

Corona in der Region Stuttgart

Die Region Stuttgart liegt beim Anteil der Neuinfizierten unter dem Landesschnitt. Die Kreise Böblingen und Esslingen überschreiten derzeit wieder die 50er-Marke. Nächtliche Ausgangssperren sind trotzdem noch kein Thema, dafür muss die Inzidenz eine Woche lang über 50 liegen. Trotzdem geben die wieder steigenden Infektionszahlen auch in der Region Grund zur Besorgnis.

Die Karte zeigt, wie viele Corona-Neuinfektionen in der Region in den vergangenen sieben Tagen erkannt wurden – und zwar abhängig von der Bevölkerungszahl. Klicken Sie auf den gewünschten Kreis, um detaillierte Zahlen angezeigt zu bekommen.

Unsere aktuelle Berichterstattung zum Coronavirus finden Sie hier.

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