Die Bevölkerung in Äthiopien ist von Kriegen und Armut schwer gebeutelt. Foto: AP

In Äthiopien nahe der Grenze zum Südsudan haben bewaffnetet Angreifer mehr als 140 Zivilisten getötet. Darunter viele Frauen und Kindern.

Addis Abeba - Bewaffnete haben in Äthiopien nahe der Grenze zum Südsudan mehr als 140 Zivilisten getötet. Die Angreifer seien aus dem Südsudan gekommen und hätten bei dem Überfall in Jakawa in der Region Gambella auch Frauen sowie Kinder umgebracht, sagte der äthiopische Kommunikationsminister Getachew Reda am Samstag der Nachrichtenagentur AP. 60 von ihnen seien nach dem Angriff am Freitag von äthiopischen Streitkräften getötet worden. Dabei handelt es sich seinen Angaben zufolge um Mitglieder des Murle-Stammes.

Unklar war zunächst, welches Motiv sie hatten. Angriffe dieser Art gab es bereits zuvor in Äthiopien, wo sich viele Flüchtlinge aus dem Südsudan aufhalten. Dieser Überfall sei aber wesentlich größer angelegt gewesen als vorangegangene, sagte der Minister weiter. Eine nicht bekannte Zahl Kinder sei von den Angreifern entführt und in den Südsudan gebracht worden.

Die Angreifer stehen nach den Worten des Ministers weder mit der Regierung des Südsudans noch mit den dortigen Rebellen in Verbindung. Im Südsudan war im Dezember 2013 nach einem Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar ein Krieg zwischen den beiden führenden Volksgruppen ausgebrochen. Nach UN-Schätzungen wurden Zehntausende getötet und rund 2,3 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: