Schnell und trotzdem mit Bedacht: Die Boulderer klettern ohne Griffe. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Die besten Sportkletterer der Welt sind am Samstag um die Wette geklettert. Die Sieger waren am Ende diejenigen, denen man es gar nicht zugetraut hätte.

Stuttgart - Mit ihrer Zahnspange und dem schüchternem Lächeln wirkt Janja Garnbret nicht wie eine, der man die ganz großen Taten zutraut. Doch am Ende hatte die 17-jährige Slowenin als jüngste der 27 weiblichen Profis die komplette Weltspitze der Sportkletterinnen in der Porsche-Arena hinter sich gelassen. Für ihren Sieg in der Frauenkonkurrenz der Adidas-Rockstars durfte sie den Scheck über 4000 Euro entgegennehmen. Genauso wie der Japaner Tomoa Narasaki (20) bei den Männern. Der aktuelle Weltmeister und Weltcupsieger besiegte im Finale der besten zwei von 37 angetretenen Profis den deutschen Europameister Jan Hojer. Der 24-Jährige aus Frechen war das erste Mal beim Stuttgarter Einladungsturnier ins Finale vorgestoßen, hatte dort aber dem Japaner nichts mehr entgegenzusetzen.

„Für die Routenplaner ist es immer eine Gratwanderung“, sagt Sonja Güldner-Hamel vom Veranstalter über die schwierige Aufgabe der Ex-Profis, die grifflosen Boulder an den bis zu 70 Grad überhängenden Kletterwänden so zu setzen, dass die Athleten extrem gefordert werden, aber zumindest die Besten eben doch noch bestehen können. Für die rund 3500 Zuschauer an den zwei Veranstaltungstagen bot sich jedenfalls eine Show, die den Glauben an die Gesetze der Schwerkraft bei vielen erschütterte. „Es ist wahnsinnig, welche Grenzen Menschen überwinden können“, staunte Ludmilla Sacharow, eine begeisterte Hobbykletterin aus Ludwigsburg.

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