So könnte die Übungsstrecke mit dem historischen Start- und Zielturm am Solitudering nach der Modernisierung aussehen. Foto: ADAC Württemberg e.V.

Seit gut fünf Jahren plant der ADAC Württemberg, seine Verkehrsübungsanlage am Solitudering zu modernisieren. Jetzt biegt man auf die Zielgerade des Planungsverfahrens ein.

Stuttgart - Grünes Licht für den ADAC: Der Planungsausschuss der Regionalversammlung hat nun die Umbaupläne für die Verkehrsübungsanlage am Solitudering einstimmig durchgewinkt. Der Automobilclub plant eine völlige Neuordnung auf dem Gelände im Landschaftsschutzgebiet Glemswaldmit einem modernen, einstöckigen Schulungszen­trum und einer neuen Zufahrt. Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg, hofft, dass „wenn es gut läuft, wir 2022 mit dem Bau, der rund ein halbes Jahr dauern wird, beginnen und dann 2023 die neue Anlage eröffnen können“. Momentan läuft ein erstes Planverfahren, mit einer Genehmigung durch die Stadt Leonberg ist frühestens im kommenden Jahr zu rechnen.

Anlage wieder geöffnet

Seit 11. Mai ist die Verkehrsübungsanlage von montags bis freitags zu eingeschränkten Zeiten für Auto- und Motorradfahrer wieder geöffnet, allerdings wegen der Corona-Pandemie unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen. Auch die Kurse des ADAC-Fahrsicherheitstrainings finden wieder statt. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.sicherheitstraining-stuttgart.de.

In normalen Jahren wird die Anlage von mehr als 20 000 übenden Fahranfängern und rund 10 000 Kursteilnehmern genutzt. Doch die Infrastruktur ist in die Jahre gekommen, seit fünf Jahren plant der ADAC Württemberg eine Modernisierung und Erweiterung der mehr als 50 Jahre alten Anlage auf Leonberger Markung.

Start- und Zielturm als Solitär

Nun werden die Pläne konkret. Nach einem Wettbewerb, den die Büros Steimle Architekten und Koeber Landschaftsarchitektur gewonnen haben, läuft nun ein von der Stadt Leonberg betriebenes Planungsverfahren. In dessen Rahmen hat nun auch der Planungsausschuss des Verbands Region Stuttgart den Vorstellungen zugestimmt. Danach soll der nördliche Teil, gegenüber dem historischen Start- und Zielturm an der früheren Rennstrecke, renaturiert werden, im südlichen Bereich entstehen moderne Betriebsräume, das Schulungsgebäude und eine neue Zufahrt von der Mahdentalstraße. „Die historische Substanz mit der Boxengasse bleibt erhalten“, betont Bach, „der Start- und Zielturm wird als Solitär aufgewertet.“ So wird das neue Gebäudeensemble niedriger werden als der Start- und Zielturm. Die Modernisierung nutze auch den Motorsportveranstaltungen wie Glemseck 101 undSolitude Revivalmit mehreren Zehntausend Besuchern.

Kosten noch ungewiss

Die Lage im Landschaftsschutzgebiet und nahe der Glems erfordert nach den Worten des Projektleiters Bach jedoch aufwendige Vorplanungen. Zudem soll die 3,6 Kilometer lange Übungsstrecke mitsamt Schleuderplatte für das Sicherheitstraining und Schulungszentrum ökologisch und technologisch modernen Maßstäben genügen – von der Behandlung des Oberflächenwassers bis hin zum WLAN-Netz. Bevor planungsrechtlich nicht alles geklärt sei, lasse sich zu den Kosten nichts sagen, so Bach.

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