Die Fotos der Raumsonde Rosetta vom 5. September 2016 zeigen den Landeroboter Philae (kl. Bild re. unten), der auf dem Kometen Tschurj (Bild re. oben, kleiner roter Punkt) - in einer kleinen Felsspalte eingeklemmt ist (gr. Bild). Foto: dpa

Philae ist die erste Sonde, die auf einem Kometen gelandet ist. Jetzt hat die Europäische Weltraumbehörde die letzten Fotos von ihm veröffentlicht. Wir senden einen letzten Brief an Philae hinterher.

Paris/Köln/Tschurjumow-Gerassimenko - Bislang gab es nur Vermutungen, wo genau das Mini-Labor Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko – kurz Tschuri – gelandet war. Jetzt ist endlich ein Foto des kühlschrankgroßen Landeroboters gelungen. Er steht eingeklemmt in einem dunklen Spalt auf dem Brocken „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“, wie die Europäische Weltraumbehörde Esa in Paris und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mitteilten. Das Bild gelang der Hochleistungskamera Osiris an Bord der Raumsonde Rosetta. Es entstand am 2. September bei einem Flug über den Kometen in einer Höhe von 2,7 Kilometern.

Das letzte Bild von Philae

„Wir sind überglücklich über ein so detailliertes Bild von Philae knapp einen Monat vor Ende der Rosetta“-Mission“, sagt Cecilia Tubiana vom Osiris-Kamerateam. Auch beim DLR herrscht große Freude. „Jetzt haben wir endlich das Gesamtbild von Philae“, erklärt Koen Geurts vom Philae-Kontrollzentrum des DLR. „Schon auf den ersten Blick erkennt man, dass wir Glück gehabt haben, denn zehn Meter weiter in der Schlucht hätte Philae vermutlich kein Sonnenlicht mehr gesehen.“

Auf dem Bild ist der Körper des Landeroboters zu sehen mit zwei von drei Beinen. Das Bild mache klar, warum die Kommunikation mit Philae nach der Landung am 12. November 2014 so schwierig gewesen sei, heißt es bei der Esa.

Drei Tage nach seiner holperigen Landung hatte der Roboter fleißig Daten geliefert, chemische Messungen von Staub und Oberfläche gemacht und mit der Weltraumsonde Rosetta den Kometen durchleuchtet, bis seine Batterien leer waren und er in einen sieben Monate langen Winterschlaf fiel. Seine Solarzellen konnten zunächst nicht genügend Strom liefern. Die Kontaktaufnahme danach war schwierig. Die Forscher fragten sich: Wie steht Philae da: schräg, unter einem Stein, in einer kleinen Höhle? Jetzt wissen sie: Er befindet sich in einem dunklen Felsspalt.

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