Die Abrissbagger haben ganze Arbeit geleistet. Foto: Lichtgut(Leif Piechowski

Wochenlang hat der spektakuläre Abriss am Rotebühlplatz gedauert, jetzt ist fast alles platt gemacht. Nur die mit Brettern geschützte Calwer Passage steht noch. In Kürze beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Gebäudezug.

Stuttgart - Die Abrissbagger haben nur die Calwer Passage verschont, alles andere ist nun platt. Der spektakuläre Abbruch zwischen der oberen Theodor-Heuss-Straße, Calwer Straße und dem Rotebühlplatz ist so gut wie beendet. Die 1978 eröffnete Calwer Passage steht auf der Liste der Kulturdenkmäler. Einen Schutzmantel aus Holz hat man um den Glastunnel gebaut, damit nichts von der Historie zerstört wird. Jetzt beginnen die Bauarbeiten für einen neuen Gebäudekomplex, der Geschäften und Wohnungen eine moderne Heimat bieten soll. Für dessen Fassaden ist sprießendes Grün geplant.

Calwer Passage sollte ein wenig Luxus nach Stuttgart bringen

2013 hat das Regierungspräsidium die Calwer Passage unter Denkmalschutz gestellt. Mit der Eröffnung im August 1978 sollte der einstige Stolz der Stadt mit seinem gewölbten Glasdach einen Hauch von Luxus nach Stuttgart bringen. Viele Jahre war dieser Ort eine feine Adresse und sorgte für gute Umsätze. Im Laufe der Zeit fühlten sich die Geschäftsleute der einst schicken Flaniermeile, die mit Marmorboden ausgestattet war, von der City abgehängt. Wechsel, Leerstände und nachlassende Kundenströme wirkten sich negativ auf die Attraktivität des Gebäudeensembles aus.

Was Investor Ferdinand Piëch plant

Nachdem Ferdinand Piëch es gekauft hat, zogen im November 2014 alternative Läden nach dem Pop-up-Prinzip ein. Das Ende war Programm. Dreieinhalb Jahre sollten es werden, bis das beliebte, zunächst nur für das Weihnachtsgeschäft geplante Fluxus aufhören musste. Wenn nun die Bauarbeiter nach dem Abriss damit beginnen, einen neuen Gebäudekomplex zu errichten, sollen sie Denkmalschutz und Zukunftsbau zusammenzuführen. Die Fassaden des neuen Gebäudezuges will Stuttgart 21-Architekt Christoph Ingenhoven aus Düsseldorf begrünen. Geschäfte und Wohnungen werden in einem Quartier entstehen, das einstmals nach Vorbildern in Mailand, Paris und London gebaut worden ist.

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