Ab wann fällt die Einstufung wieder? Foto: FrankHH / shutterstock.com

Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich an gewisse Test- und Quarantänevorschriften halten. Aber wie wird ein Land zum Risikogebiet und wann wird die Einstufung wieder aufgehoben? Das erfahren Sie im Artikel.

So wird ein Land zum Risikogebiet

Das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat bestimmen gemeinsam, welche Länder als Risikogebiet eingestuft werden. Dabei wenden sie ein zweistufiges Verfahren an. Zunächst wird festgestellt, ob aufgrund der Sieben-Tage-Inzidenz ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Die ausschlaggebende Marke liegt hier bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Wird die Schwelle überschritten, wird im zweiten Schritt des Bewertungsverfahrens geprüft, ob tatsächlich ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt. Die Entscheidungsgrundlage dafür ist weitaus komplexer als die Inzidenz. So werden zum Beispiel die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die Art des Ausbruchs oder auch die Testkapazitäten berücksichtigt. Hierbei wird mit den vorliegenden Informationen versucht, einzuschätzen, wie die Behörden vor Ort gegen die Ausbreitung des Virus vorgehen. Das heißt, selbst wenn die kritische 50er-Marke überschritten worden ist, muss ein Land nicht unbedingt als Risikogebiet eingestuft werden, sofern es effiziente Maßnahmen zur Virusbekämpfung vorweisen kann und dadurch das Infektionsrisiko gering hält.

Anders sieht es bei Ländern mit Virusmutationen aus. Hier wird nicht die Inzidenz als Kriterium herangezogen, sondern schlicht die Ausbreitung einer Virusvariante, welche in Deutschland noch kaum verbreitet ist und von der anzunehmen ist, dass von ihr ein besonderes Risiko ausgeht. In diesem Fall wird das entsprechende Land als Virusvarianten-Gebiet eingestuft. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte Hochinzidenzgebiete, die besonders hohe Fallzahlen aufweisen. Das Einstufungsverfahren funktioniert wie bei den Risikogebieten, mit dem Unterschied, dass mit einer 7-Tage-Inzidenz von 200 gemessen wird. Für Virusvarianten- und Hochinzidenzgebiete gelten noch strengere Einreisebestimmungen als für Risikogebiete. Was Sie bei der Einreise nach Deutschland aus einem dieser Länder berücksichtigen müssen, erfahren Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

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Ab wann ist ein Land kein Risikogebiet mehr?

Die Bundesregierung prüft fortlaufend die oben genannten Kriterien, um die Liste mit den Risikogebieten stets aktuell zu halten. Sollten die zuständigen Behörden feststellen, dass in einem Land kein erhöhtes Infektionsrisiko mehr besteht, wird es nicht länger als Risikogebiet eingestuft. Da die Einstufung aber maßgeblich vom jeweiligen Infektionsgeschehen abhängt und sich jederzeit ändern kann, lässt sich nicht sagen, ab wann ein Land nicht mehr als Risikogebiet gilt. Die aktuelle Liste veröffentlicht das Robert Koch-Institut auf dieser Seite.

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