a-ha sind zurück Foto: Universal

Es gab einmal eine Zeit, da war Norwegen Pop-Niemandsland. Doch dann kamen die 1980er, a-ha und der Song „Take On Me“. 30 Jahre später erscheint ein neues Album des Trios.

Stuttgart - Ihre eigene Rückkehr feiern a-ha mit einem Song, der sich seine Melodie aus einem Kinderlied geborgt hat. Zu der niedlichen Schrammelgitarre, den seufzenden Geigen und dem sanften Synthiegewusel von „Cast Of Steel“ erzählt ­Morten Harket von einer Liebe mit Ewigkeitsanspruch und irgendwie auch von seiner Band, die ihren Fans vor fünf Jahren allerdings noch weismachen wollte, dass es eben nichts für immer ist – und sich auflöste.

Es war im Oktober 2010, als sich 5000 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena von a-ha verabschiedeten. Es war ein nostalgischer Abend, in dessen Finale die Norweger noch einmal „Take On Me“ spielten. Glücklich ging man damals nach Hause. Und ein bisschen traurig.

Lernen von Howard Carpendale und den Scorpions

Aber nur ein bisschen. Schließlich wissen erfahrene Pophörer längst, dass man das mit dem Abschiednehmen nicht so ernst nehmen muss. Das haben sie von ­Howard Carpendale oder den Scorpions gelernt. Und jetzt auch von a-ha.

„Es war damals die ernst gemeinte, echte Auflösung der Band”, rechtfertig sich ­Morten Harket jetzt – a-ha hätten tatsächlich fünf Jahre nicht existiert. Trotzdem ­redet er jetzt rückblickend lieber nicht mehr von einer Trennung, sondern von einer Kreativpause, einer Auszeit, die die Band gebraucht habe, um wieder so unbeschwert Musik machen zu können wie damals in den 1980ern. Auch wenn man das der Platte nicht wirklich anhört. Denn auf „Cast In Steel“ präsentieren sich a-ha als weichgespülte Version ihrer selbst. Es gibt opulent-schwermütige Balladen („Under The Make-up“) klassischen Synthipop („Door Ajar“, „She’s Humming A Tune“) und große Schmachtfetzen („Living At The End Of The World“). Alles sehr hübsch produziert, alles sehr eingängig, aber nie überraschend, nie mutig. Schade eigentlich.

Ein prägender Moment der Popkultur der 1980er

Dass Norwegen heute als große Pop­nation gilt, hat das Land Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar-­Savoy zu verdanken. Mit dem hippeligen Lied „Take On Me“ und dem dazu gehörenden Video, in dem Harket einen Motorradfahrer mimt, der aus einem Comicheft ausbüxt und in die reale Welt flieht, haben sie einen der prägenden Momente der Popkultur der 1980er Jahre geschaffen.

Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 16. September 1985, wurde „Take On Me“ europaweit veröffentlicht. Der Song landete in 36 Ländern auf Platz eins, verkaufte sich acht Millionen Mal und ist bis heute eine der weltweit meistverkauften Singles. Doch wenn man ehrlich ist, waren a-ha nie besser als bei ihrer Debütsingle„Take On Me“. Auf keinem der neun Alben, die ­a-ha zwischen 1985 und 2009 veröffentlicht ­haben, gab es einen Song, der eine solche Präsenz, eine solche Vitalität zu bieten ­hatte. Und dass sie jetzt für die aktuelle Nummer „Forest Fire“ einfach das ­Synthiegeklimper aus „Take On Me“ geklaut haben, lässt ahnen, dass a-ha das eigentlich auch selbst wissen.

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