Stuttgarts Cristian Molinaro (links) und Antonio Rüdiger lassen nach der 0:3-Niederlage gegen Augsburg die Köpfe hängen. Foto: dpa

Der FC Augsburg hat mit drei Toren ein Zeichen im Abstiegskampf gesetzt. Der VfB Stuttgart hat so gut es ging dagegen gehalten und Präsenz in den Zweikämpfen gezeigt - gereicht hat das nicht.

Augsburg - Für die Abstiegskämpfer des FC Augsburg wird der Kampf um den Klassenverbleib zunehmend zum Nervenkrimi. Trotz eines 3:0 (0:0)-Sieges im schwäbischen Fußballderby gegen den VfB Stuttgart am Samstag bleibt der Vorsprung zum ersten direkten Abstiegsplatz konstant bei winzigen drei Punkten. Andererseits ist drei Spiele vor Schluss nun selbst ein Nichtabstiegsrang wieder ganz nah für den FCA, der nach derzeitigem Stand im Mai in die Relegation müsste.

Sascha Mölders (61. Minute), Marcel de Jong (83.) und Dong Won Ji (85.) sorgten für den siebten Bundesliga-Saisonerfolg - an ein Durchatmen ist gleichwohl nicht zu denken: Bei den Auswärtsaufgaben kommende Woche in Freiburg und anschließend beim FC Bayern wollen die Augsburger Überraschungen erzwingen, am 18. Mai könnte dann das Heimspiel gegen Greuther Fürth über Wohl und Wehe entscheiden.

Mit viel Engagement und großer Einsatzbereitschaft fighteten sich die Gastgeber zu drei Punkten - auch wenn die Profis von Trainer Markus Weinzierl nicht so spielstark auftraten wie noch jüngst vor eigener Kulisse gegen Frankfurt (2:0). Tormöglichkeiten gab es dennoch reichlich - sein altbekanntes Manko Chancenauswertung aber hat der FCA auch kurz vor Saisonende noch immer nicht behoben. Schon in der 3. Minute lief Jan Moravek alleine auf Stuttgarts Torwart Sven Ulreich zu - und verstolperte vollkommen überhastet den Ball. Auch Tobias Werner (14.) und Ji (24.) konnten bei ihren Szenen zunächst keinerlei bundesligataugliche Abschlussqualitäten nachweisen.

Abstimmungsfehler in der VfB-Defensive

Im Bewusstsein der engen Konstellation im Abstiegskampf versuchte der FCA trotzdem weiter alles, machte mit hohem Aufwand das Spiel - und profitierte ein ums andere Mal von Abstimmungsfehlern in der VfB-Defensive, in der der verletzte Kapitän Serdar Tasci fehlte. Neben Moravek, Werner und Ji hätte auch Augsburgs Vorzeigekämpfer und Stoßstürmer Sascha Mölders für die Führung sorgen müssen - doch auch er scheiterte per Schuss (29.) und mit einem Kopfball (35.).

Die Gäste hielten ordentlich dagegen und zeigten Präsenz in den Zweikämpfen - viel mehr aber auch nicht. Ein wenig war der Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia anzumerken, dass den restlichen Bundesligapartien in erster Linie Übungscharakter im Vorfeld des DFB-Pokal-Finales gegen den FC Bayern am 1. Juni in Berlin beikommt. Für die Europa League ist der VfB dank des Endspieleinzugs sowieso schon qualifiziert, in der Liga geht es fast nur noch um die Ehre.

Ibrahima Traoré und Arthur Boka mit Zug nach vorn

Für etwas Schwung nach vorne sorgten der motiviert auftretende Ex-Augsburger Ibrahima Traoré und Arthur Boka, die aus dem Mittelfeld heraus die linke Stuttgarter Seite beackerten. Mehr als zwei halbwegs gefährliche Kopfbälle von Martin Harnik (16.) und Vedad Ibisevic (38.) sprangen aber zunächst nicht raus. Pech vor 30.660 Zuschauern hatte Harnik nach 49 Minuten, als FCA-Torwart Alexander Manninger seinen Versuch aus fünf Metern reaktionsschnell entschärfte.

Augsburg brauchte mehr als eine Stunde zur überfälligen Führung, die Mölders nach einer Werner-Ecke aus kurzer Distanz besorgte. Daniel Baier (68.), Ji (72./81.) und Werner (73.) verpassten das zweiten Tor - nur wenige Sekunden nach seiner Einwechselung machte es Joker de Jong mit einem Lupfer besser. Zwei Minuten traf dann auch der Südkoraner Ji noch zum deutlichen 3:0-Endstand.

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