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3000 Euro stellt Daimler Kunden in Aussicht, die ihren Euro-5-Diesel nachrüsten lassen. Ob sie das Geld tatsächlich bekommen, erfahren sie erst im Nachhinein. Das stößt auf Kritik.

Stuttgart - Verbraucherschützer halten den Umgang des Daimler-Konzerns mit seinen nachrüstungswilligen Dieselkunden für unfair. „Fair wäre es, wenn Daimler die Kunden im Voraus verbindlich informieren würde, ob sie die Voraussetzungen für den Zuschuss erfüllen“, sagte Marion Jungbluth, Teamleiterin Mobilität des Verbraucherzentrale Bundesverbands, unserer Zeitung. Die Entscheidung über den Zuschuss dürfe nicht erst erfolgen, wenn der Nachrüstsatz eingebaut ist.

Daimler räumt den Kunden seit wenigen Tagen die Möglichkeit ein, auf einer Webseite im Rahmen einer „unverbindlichen Vorabprüfung“ abschätzen zu lassen, ob sie für den Zuschuss infrage kommen. Ausdrücklich erklärt der Konzern jedoch, für seine Aussagen „keinerlei Haftung“ zu übernehmen. Der Kunde hat somit vor Erteilung des Auftrags keine Gewähr, die 3000 Euro tatsächlich erstattet zu bekommen.

Konzern: Unbürokratische Regelung

Daimler knüpft die Entscheidung an eine Reihe von Bedingungen wie Haltedauer, Art der Zulassung und Meldedatum in der Region. Bei Pendlern sind auch Ort und Entfernung des Arbeitsplatzes vom Wohnort maßgeblich. Neben Daimler hat sich nur VW zur Zahlung eines Zuschusses bereit erklärt.

Daimler erklärte, die Vorabprüfung gebe eine „verlässliche und vor allem auch unbürokratische Orientierung“. Wenn alle Angaben der Wahrheit entsprächen und die Vorabprüfung positiv ausfällt, stehe der Auszahlung nach Einbau der genehmigten Nachrüstung nichts im Wege.

Angesichts des anhaltenden Booms bei sportlichen Geländewagen fordert das Umweltbundesamt, für mehr Klimaschutz Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß zu verteuern. „Wir müssen Maßnahmen finden, um klimafreundliche Mobilität zu fördern“, sagte UBA-Chefin Maria Krautzberger.

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