Für Traditionalisten ist die Eröffnung an der Fruchtsäule die echte Eröffnung des Cannstatter Volksfestes. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt/Christoph Schmidt

Das Cannstatter Volksfest ist ein besonderes Fest. Das merkt man auch daran, dass es gleich zweimal eröffnet wird.

Stuttgart - Die Sache mit den Eröffnungen bringt selbst erfahrene Volksfest-Beobachter immer noch ins Schleudern. Freitags sticht Stuttgarts OB Fritz Kuhn das erste Fass an. Das gilt für die Traditionalisten nicht, deshalb feiern sie samstags vor der Fruchtsäule noch einmal Eröffnung. So wie seit jeher.

Es ist ja auch merkwürdig, dass man es einerseits als Rückkehr zur Tradition feiert, dass Hinz und Kunigunde mit Lederhose und Dirndl zum Trinken gehen, man andererseits aber gnadenlos mit der Tradition bricht, wenn es um die Quote und Geschäfte geht.

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Der Deal vor zwölf Jahren ging so: Weil der SWR nur freitags die Eröffnung überträgt, wird halt freitags eröffnet. Brauchtum hin oder her. Mittlerweile überträgt der SWR nicht mehr live, Fassanstich und offizieller Auftakt ist immer noch freitags. Gut, dass es den Cannstatter Volksfestverein um Zampano Wulf Wager gibt. Der am Samstag um 12 Uhr die einzig wahre Eröffnung organisiert.

Kampf um die Klappstühle

Dieses Jahr stand ihm ein neuer Partner zur Seite. Thomas Fuhrmann hat ja als Finanzbürgermeister Michael Föll abgelöst. Eine seiner vornehmsten Pflichten ist es, das Volksfest zu beaufsichtigen und am Samstag mit einigen netten Worten zu eröffnen. Zu gerne würde der Volksfestverein das Ganze ausbauen, mehr Programm, mehr Besucher. Aber da sind die Behörden vor. Wegen der Fluchtwege.

Um jeden einzelnen Klappstuhl muss man kämpfen, einige dutzend sind es immerhin. Doch viele Besucher müssen notgedrungen stehen. Super Werbung. Liebe Gäste, wenn Ihr zum Volksfest kommt, müsst Ihr auch die Beine in den Bauch stehen, die Schwaben sparen auch an den Stühlen.

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