Die Trainer der Relegationsgegner: Urs Fischer (links) und Nico Willig. Foto: dpa

Beim VfB Stuttgart geht vor dem Relegations-Rückspiel die Angst vor dem dritten Bundesliga-Abstieg nach 1975 und 2016 um. Zweitligist Union Berlin baut auf seine leidenschaftlichen Fans an der Alten Försterei.

Berlin/Stuttgart - Die Ausgangslage ist dürftig, der Druck massiv, der Optimismus nach wie vor groß: Der schwer angeschlagene VfB Stuttgart macht sich angesichts des drohenden dritten Bundesliga-Absturzes vor dem Nervenspiel am Montag (20.30 Uhr/Eurosport-Player) bei Union Berlin reichlich Mut.

Während der Zweitligist nach dem beachtlichen 2:2 (1:1) in Stuttgart auf die Atmosphäre an der Alten Försterei baut, um den großen Traum vom Aufstieg zu realisieren, setzen die krisengeplagten Schwaben im brisanten Relegations-Rückspiel auf ihre vermeintlich größere individuelle Klasse.

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„Wir haben eigentlich die bessere Mannschaft als Union“, sagte VfB-Präsident Wolfgang Dietrich trotzig. Der Bundesligist um Weltmeister Benjamin Pavard und Torjäger Mario Gomez sei schlicht „stärker. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen“, betonte Anastasios Donis. Auch Torjäger Mario Gomez zeigte sich siegessicher: „Wir werden zurückschlagen.“

Allerdings erwarte den Bundesliga-16. „ein richtiger Hexenkessel, da muss man ein dickes Fell haben“, warnte VfB-Trainer Nico Willig an. „Das Stadion wird brennen“, kündigte Unions Innenverteidiger Marvin Friedrich bereits an. 22.000 Zuschauer werden die Berliner im Kultstadion in Köpenick leidenschaftlich unterstützen, man dürfe dennoch „nicht überdrehen“, unterstrich Trainer Urs Fischer.

Union spielt auf Sieg

Auch wenn Union schon ein 0:0 oder 1:1 reichen würde, werde sein Team versuchen zu gewinnen. „Wenn du mit dem Gedanken ins Spiel gehst, 0:0 zu spielen, wird das nicht aufgehen“, sagte der Schweizer, der auf die gelbgesperrten Christopher Trimmel und Felix Kroos verzichten muss.

Die Favoritenrolle sieht Fischer nach wie vor beim VfB. Man habe im Hinspiel „gesehen, wie hoch die Qualität ist“. Hohe Qualität? Favorit?

Selbst Willig, der um Daniel Didavi (muskuläre Probleme) bangt, dafür aber den lange gesperrten Santiago Ascacibar wieder zur Verfügung hat, sieht den Zweitligisten inzwischen „im Vorteil. Wir haben aber ein Finale vor uns. Es wird davon abhängen, wer in dieser Drucksituation, in diesem Wissen, um was es geht, die bessere Leistung abruft“, sagte der Interimscoach.

Willig fordert mehr Mut

Am Donnerstag war dem VfB, dem beim dritten Abstieg nach 1975 und 2016 neben großen finanziellen Einbußen (bis zu 40 Millionen Euro) auch ein immenser Imageschaden droht, der große Druck deutlich anzumerken gewesen. Entsprechend geht beim VfB die Angst um, Gomez kritisierte bereits die Stimmung. „Das gefällt mir nicht“, sagte der 33-Jährige und forderte seine Kollegen auf, den Kopf schnell wieder hoch zu nehmen.

Der VfB wäre erst der sechste Erstligist im 21. Duell, der in der Relegation an einem Zweitligisten scheitern würde. Eine Überraschung wäre dies nach dem mageren Hinspiel-Ergebnis nicht. Zudem sind die Berliner äußerst heimstark (nur eine Niederlage), die Stuttgarter dagegen auswärts in einer ohnehin oft gruseligen Saison harmlos (nur ein Sieg).

Entsprechend forderte Willig „mehr Mut, mehr Aggressivität. Wir müssen agiler sein, sonst haben wir keine Chance“, sagte er. Jeder müsse „maximale Zeichen setzen“ - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen: 

Berlin: Gikiewicz - Ryerson (Lenz), Friedrich, Parensen, Reichel - Schmiedebach - Prömel, Zulj - Abdullahi, Hartel - Andersson. - Trainer: Fischer 

Stuttgart: Zieler - Pavard, Kabak, Kempf, Insua - Castro, Ascacibar - Zuber, Gentner, Gonzalez - Donis. - Trainer: Willig 

Schiedsrichter:  Christian Dingert (Lebecksmühle)

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